Handelsplätze

Deutsche Börse Xetra

Xetra ist der zentrale elektronische Handelsplatz der Deutschen Börse für Aktien, ETFs und ETPs. Das Handelssystem führt Kauf- und Verkaufsaufträge in einem zentralen Orderbuch nach klar definierten Regeln zusammen und sorgt so für transparente Preisbildung und effiziente Ausführung.

 

Xetra wurde 1997 von der Deutschen Börse eingeführt und hat sich seitdem zu einem der wichtigsten Handelsplätze Europas entwickelt. Heute werden weit über 90 Prozent des gesamten Aktienhandels an den Wertpapierbörsen in Deutschland über Xetra abgewickelt. 

Auch für den ETF-Handel ist Xetra von zentraler Bedeutung: Xetra ist Europas größter Handelsplatz für ETFs. Anlegerinnen und Anleger finden hier eine breite Auswahl an ETFs, die unterschiedliche Anlageklassen, Regionen, Branchen, Strategien und Anlageziele abdecken. Neben ETFs werden auf Xetra auch zahlreiche weitere börsengehandelte Produkte, sogenannte ETPs, gehandelt.

Xetra wird nicht nur von Profis genutzt: Rund 25 Prozent der Orders und etwa 10 Prozent des Handelsvolumens entfallen auf Privatanlegerinnen und Privatanleger.

Wie funktioniert der Handel auf Xetra?

Im Mittelpunkt des Xetra-Handels steht das elektronische Orderbuch. Dort werden Kauf- und Verkaufsaufträge nach Preis und Zeit geordnet. Treffen passende Orders aufeinander, führt das Handelssystem sie automatisch zusammen.

Dabei gilt grundsätzlich: Der Preis hat Vorrang vor der Zeit. Bei gleichem Preis wird die zuerst eingegangene Order zuerst berücksichtigt.

Xetra kombiniert dabei zwei zentrale Formen der Preisbildung: fortlaufenden Handel und Auktionen.

Fortlaufender Handel

Während des fortlaufenden Handels werden ausführbare Kauf- und Verkaufsaufträge unmittelbar zusammengeführt. Sobald sich eine passende Gegenorder im Orderbuch befindet, kommt es zur Ausführung.

Damit entsteht der aktuelle Marktpreis laufend aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage.

Auktionen

Zusätzlich zum fortlaufenden Handel finden auf Xetra regelmäßig Auktionen statt. Dabei werden Kauf- und Verkaufsaufträge über einen bestimmten Zeitraum gesammelt und anschließend zu einem einheitlichen Preis ausgeführt.

Das konzentriert Liquidität zu einem bestimmten Zeitpunkt und unterstützt eine effiziente Preisfindung. Auf Xetra gibt es unter anderem eine Eröffnungs-, eine untertägige und eine Schlussauktion.

Die Auktionspreise sind nicht nur für den Handel relevant. Sie dienen beispielsweise institutionellen Investoren, Banken und Fonds als wichtige Referenz für die Bewertung von Portfolios und Handelspositionen.

Schutzmechanismen bei starken Kursbewegungen

Elektronischer Handel bedeutet nicht, dass Preise bei außergewöhnlichen Marktbewegungen uneingeschränkt weiterlaufen. Xetra verfügt über verschiedene Mechanismen, die die Preisbildung auch in dynamischen Marktsituationen unterstützen.

Dazu gehören insbesondere Volatilitätsunterbrechungen. Überschreitet der potenzielle Ausführungspreis definierte Preisgrenzen, wird der fortlaufende Handel unterbrochen und eine Auktion durchgeführt. Marktteilnehmer erhalten dadurch Zeit, ihre Orders zu überprüfen, zu ändern oder neue Orders einzustellen. Anschließend wird ein neuer Preis ermittelt.

Solche Unterbrechungen sind ein wichtiger Bestandteil der Marktstruktur: Sie sollen eine geordnete Preisbildung auch dann ermöglichen, wenn sich Angebot und Nachfrage innerhalb kurzer Zeit stark verändern.

Transparenz im offenen Orderbuch

Ein wesentliches Merkmal des Xetra-Handels ist die zentrale Bündelung von Orders im offenen Orderbuch und die damit verbundene Transparenz der Preisbildung.

Während des Handels können alle Marktteilnehmer die relevanten Informationen aus dem Orderbuch und den verfügbaren Marktdaten nutzen, um Angebot und Nachfrage besser einzuschätzen. Auch während Auktionen werden Informationen zur erwarteten Preisbildung bereitgestellt.

Damit wird sichtbar, wie sich Angebot und Nachfrage auf die Preisbildung auswirken – ein zentraler Bestandteil des börslichen Handels.

Xetra und der Spezialistenhandel

Auch der Handel an der Börse Frankfurt nutzt die Handelstechnologie von Xetra. Das bedeutet jedoch nicht, dass beide Handelsplätze nach demselben Marktmodell funktionieren.

An der Börse Frankfurt werden Orders im Spezialistenmodell betreut. Spezialisten unterstützen dort die Preisfindung und stellen Liquidität bereit. Xetra übernimmt dabei die technische Infrastruktur und die Berechnung beziehungsweise Ermittlung von Preisen nach den jeweils geltenden Regeln des Marktmodells.

Technologie und Marktmodell sind dabei zwei unterschiedliche Dinge: Das gleiche Handelssystem kann unterschiedliche Formen der Preisbildung unterstützen.

Welche Wertpapiere werden auf Xetra gehandelt?

Auf Xetra werden Aktien, ETFs und ETPs gehandelt. Der Handelsplatz bietet damit Zugang zu einer breiten Auswahl nationaler und internationaler Wertpapiere.

Eine besondere Bedeutung hat Xetra für den ETF-Markt. Mit seiner großen Auswahl und hohen Liquidität ist Xetra der führende ETF-Handelsplatz Europas.

Für Anlegerinnen und Anleger ist Xetra dabei kein separates Depot oder Konto. Xetra ist ein Handelsplatz, den Banken und Broker für die Ausführung von Wertpapierorders anbinden können.

Wenn du eine Order erteilst, kannst du – sofern dein Broker die Auswahl des Handelsplatzes ermöglicht – Xetra als Ausführungsplatz auswählen.

Warum ist Xetra für den Kapitalmarkt relevant?

Xetra ist mehr als eine technische Plattform für die Ausführung einzelner Orders. Das zentrale Orderbuch, der regelbasierte Handel, die Kombination aus fortlaufendem Handel und Auktionen sowie die verschiedenen Schutzmechanismen bilden gemeinsam die Marktstruktur.

Sie bestimmen, wie Preise entstehen, wie Liquidität zusammengeführt wird und unter welchen Bedingungen Orders ausgeführt werden.

Mit seiner Bedeutung für den Aktien- und insbesondere den ETF-Handel ist Xetra ein wesentlicher Bestandteil der europäischen Kapitalmarktinfrastruktur.

August 2026 © Deutsche Börse AG

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