Deutsche Börse Frankfurt - Sentimentindikator
Marktstimmung

Meinungen machen Märkte: Die Deutsche Börse Frankfurt erhebt jeden Mittwoch die Markterwartungen aktiver Investoren und lässt die Ergebnisse unter Beachtung von Erkenntnissen aus der verhaltensorientierten Kapitalmarktanalyse, der Behavioral Finance, interpretieren. Die Analyse wird hier gegen 16 Uhr veröffentlicht.
Analyse vom 29. April: „Babylonisches Stimmungsgewirr"
Auf die schwache Börsenwoche reagierten die Profis mit Glattstellen ihrer Short-Positionen. 14 Prozent sind von der Bärenseite weg und 9 Prozent long gegangen. Gewinnmitnahmen, vermutet Joachim Goldberg. Der Sentiment-Index dieser Gruppe steigt auf +17 Punkte. Anders die Privaten, von denen 7 Prozent Aktien verkaufen und deren Stimmung auf +4 Punkte gefallen ist.
Der Verhaltensökonom erklärt die verschobenen Erwartungen mit den relativen Entwicklungen der Marktstimmung. So gesehen sind die Profis eher neutral. Dennoch wertet er die stimmungstechnische Lage für Kursgewinne als jetzt schlechter. Es fehle die langfristige Nachfrage nach deutschen Aktien und an der Oberkante seien ab 24.550 und 24.600 Punkten Gewinnmitnahmen aus Aktienverkäufen zu erwarten.
Abonnieren Sie die wöchentliche Sentiment-Analyse kostenlos per E-Mail
Zur Methode

Anleger mit bullishen Erwartungen sind long, Anleger mit bearishen short. Insbesondere aus den Veränderungen lassen sich Einstandspreise und Schieflagen ableiten. Häufig funktioniert der Sentiment-Index als Kontraindikator, da die potentielle Nachfrage fehlt, dies passt aber nicht in jeder Marktlage.
Über Joachim Goldberg
Seit mehr als 30 Jahren beschäftigt sich Joachim Goldberg mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein.



