
Gold-ETCs und Goldminen-ETFs bleiben beliebt, aber auch Aktien-ETFs. Neben Aktien aus Industrieländern kommen derzeit auch solche aus Emerging Markets extrem gut an. Ausgelaufen ist der Run auf Krypto-ETNs.
1. September 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Hoher Ölpreis, hohe Inflation, hohe Zinsen – nach neuen DAX-Allzeithochs in der Vorwoche ist diese Woche Ernüchterung eingekehrt. Die Kauflaune am ETF-Markt hält dennoch an. Holger Heinrich von der Baader Bank meldet fast doppelt so viele Käufe wie Verkäufe von Aktien-ETFs – bei leicht rückläufigen Umsätzen.
Ein großes Thema bleibt Gold: Die Goldpreisrally hat sich zwar nicht fortgesetzt. Nach über 4.660 US-Dollar vergangene Woche kostet die Feinunze jetzt wieder nur 4.374 US-Dollar. Gold-ETCs und Goldminen-ETFs sind aber weiter extrem beliebt. Sehr gefragt bei der Kundschaft der ICF Bank sind Invesco-Goldpreis-ETCs mit Währungsabsicherung (XS2183935274) und ohne (IE00B579F325), wie Ivo Orlemann berichtet.
Flucht in Gold
Allein in den ersten drei August-Wochen verzeichneten Gold-ETCs historische Kapitalzuflüsse von insgesamt über 5 Milliarden US-Dollar, wie die ETF-Informationsplattform ETF Stream berichtet. „Angetrieben von der anhaltenden Sorge um die massive US-Schuldenlast und das konstant hohe Niveau der US-Staatsanleiherenditen suchen Investoren in Europa gezielt nach Absicherung in der Form von Gold“, heißt es. Ebenfalls über Zuflüsse hätten sich europäische Goldminen-ETFs gefreut, vor allem die beiden größten UCITS-Strategien iShares Gold Producers und VanEck Gold Miners, meldet ETF Stream in Berufung auf Zahlen des Datenanbieters ETFBOOK.
Bitcoin-ETNs: „Mal gekauft, mal verkauft“
Auch die Bitcoin-Rally ist ausgelaufen. Die wichtigste Kryptwährung war vor zwei Wochen innerhalb kurzer Zeit von rund 63.000 auf kurzzeitig über 80.000 US-Dollar gestiegen. Aktuell sind es weniger als 78.000 US-Dollar. Der Ansturm auf Krypto-ETNs der vergangenen Woche hat sich nicht fortgesetzt. Andreas Schröer von Lang & Schwarz sieht noch einiges an Umsätzen, vor allem in Bitcoin-ETNs (GB00BLD4ZL17). „Je nach Nachrichtenlage wird aber mal gekauft, mal verkauft“, erklärt er. Auch bei der ICF Bank ist im Handel mit Krypto-ETNs nicht viel los. Auf die Top-10-Umsatzliste schafft es nur der WisdomTree Physical Bitcoin (GB00BJYDH287).
Gerd Kommer-ETF: Zuspruch für besondere Gewichtung
Im Geschäft mit Aktien-ETFs ist Alltag angesagt. Orlemann zufolge ist – wie immer – der VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders (NL0011683594) gesucht. Außerdem extrem beliebt: der L&G Gerd Kommer Multifactor Equity (IE0001UQQ933). Der ETF bietet Zugang zu Industrie- und Schwellenländeraktien weltweit, und zwar von kleinen, mittleren und großen Unternehmen. Anders als üblich basiert die Ländergewichtung zu 50 Prozent auf Marktkapitalisierung und 50 Prozent auf Länder-BIP, außerdem werden für die Gewichtung der Einzeltitel Faktoren wie Size und Value herangezogen. Seit Jahresanfang steht ein Kursplus von 16 Prozent zu Buche.
Die Baader Bank-Kundschaft setzt im Bereich der World-Tracker auf aktive und Value-Strategien, etwa von iShares (IE000D8XC064) oder WisdomTree (IE000D1017N2). „Bei US-Aktien gibt es keinen klaren Trend, es werden eher die Tranchen getauscht“, erklärt Heinrich außerdem. Gekauft würden klassische S&P 500- und Nasdaq-ETFs von Ossiam (LU2997383372) und BNP Paribas (IE000QDFFK00), verkauft der währungsgesicherte Invesco S&P 500 Scored & Screened (IE000QF66PE6). Mehr Verkäufe als Käufe meldet ICF-Händler Orlemann für den Nasdaq-Tracker von Amundi (LU2197908721). Bei der trading-affinen Kundschaft von Lang & Schwarz sind zudem gehebelte Nasdaq-ETFs beliebt, beispielsweise von Amundi mit Hebel 2 (FR0010342592).
Schwellenländer: Kursplus von 25 Prozent
Auch europäische Aktien werden Heinrich zufolge mal gekauft, mal verkauft. Käufe sieht er für klassische MSCI Europe-Tracker von UBS (LU0950668524), Verkäufe beim Xtrackers DAX ESG Screened (LU0838782315). Sehr viel los ist bei Lang & Schwarz zudem im Geschäft mit Schwellenländer-ETFs. Umsatzstark: der iShares Core MSCI EM IMI (IE00BKM4GZ66). Der kommt seit Jahresanfang auf ein Kursplus von 25 Prozent und hängt damit S&P 500 (plus 12 Prozent) sowie Nasdaq 100 (plus 17 Prozent) ab.
Im Handel mit Branchen-ETFs eher abgestoßen werden darüber hinaus Rüstungs-ETFs wie der VanEck Defense (IE000YYE6WK5), wie Orlemann feststellt.


Von Anna-Maria Borse, 1. September 2026, © Deutsche Börse AG
Anna-Maria Borse ist Finanz- und Wirtschaftsredakteurin mit den Schwerpunkten Finanzmarkt/Börse und volkswirtschaftliche Themen.
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