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01.06.26 14:42:05

Aktien Frankfurt: Uneinheitlich - Dax dank SAP mit positivem Juni-Start

FRANKFURT (dpa-AFX) - Vor dem Hintergrund der sich wieder verschärfenden Lage im Nahen Osten hat der deutsche Aktienmarkt zum Start in den Börsenmonat Juni keine einheitliche Richtung ausgebildet. Während der Dax DE0008469008 vor allem von deutlichen Kursgewinnen des Schwergewichts SAP DE0007164600 profitierte, ging es für die Papiere aus der zweiten und dritten Reihe überwiegend abwärts.

Am Nachmittag notierte der Dax 0,5 Prozent höher bei 25.243 Punkten. In der vergangenen Woche war der deutsche Leitindex in der Hoffnung auf eine Friedensvereinbarung zwischen den USA und dem Iran bis auf 25.438 Punkte gestiegen. Diese Aussicht erhielt im Wochenverlauf allerdings keine neue Nahrung, und so entfernte sich der Dax wieder von seinem Rekordhoch vom Januar bei 25.507 Punkten.

Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen Börsenunternehmen sank am Montag um 0,4 Prozent auf 33.232 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 ging es um 0,3 Prozent nach oben.

Die iranischen Revolutionsgarden meldeten einen Vergeltungsschlag nach einem US-Luftangriff. Zuvor hatte der Golfstaat Kuwait wegen Luftangriffen Alarm ausgelöst. Das US-Militär hatte am Wochenende eigenen Angaben zufolge Radar- und Drohnenkontrollzentren im Iran bombardiert, nachdem Teheran zuvor eine amerikanische Drohne abgeschossen haben soll. Seit Tagen ringen die USA und der Iran um ein Rahmenabkommen zur Verlängerung der seit dem 8. April geltenden Waffenruhe.

"Der Iran-Konflikt bleibt ungelöst, doch an den Finanzmärkten überwiegt weiterhin die Hoffnung. Während die politische Realität noch von offenen Fragen geprägt ist, richtet sich der Blick der Anleger bereits auf einen möglichen Frieden im Nahen Osten", kommentierte Marktanalyst Timo Emden.

Der Marktstratege Mislav Matejka von JPMorgan US46625H1005 sieht für das zweite Halbjahr weiter ein günstiges Verhältnis zwischen Chancen und Risiken am Aktienmarkt. Trotz der Rekorde im MSCI World UCITS und MSCI Emerging Markets Index sei der Markt noch fernab von einer Bewertung für den Optimalfall.

Die Aktien von Softwareunternehmen zählten am Montag zu den größten Gewinnern. In einem von weiteren Rekorden an der US-Technologiebörse Nasdaq gestützten Umfeld setzten hierzulande SAP, Nemetschek DE0006452907 und Teamviewer DE000A2YN900 ihre jüngste Erholung beschleunigt fort. Weiterhin herrscht am Markt die Hoffnung vor, dass der anhaltende Boom von Künstlicher Intelligenz (KI) nicht vornehmlich die Geschäftsmodelle der Software-Hersteller bedroht, sondern auch Chancen bietet. Die Anteilsscheine von SAP verteuerten sich an der Dax-Spitze um 7,9 Prozent und kletterten auf den höchsten Stand seit Mitte März.

Die Papiere von Mercedes-Benz DE0007100000 zeigten sich unbeeindruckt von einem Gesetzesvorhaben in den USA, das in einem Verkaufsverbot auf dem wichtigen Markt münden könnte und stiegen um 1,6 Prozent. Ein Gesetzentwurf, der einen Ausschuss im US-Repräsentantenhaus passiert hat, sieht das Verbot von Produktion und Verkauf von Fahrzeugen in den USA vor, deren Hersteller zu mindestens 15 Prozent "US-Gegnerstaaten" gehören, darunter auch China. Fast 20 Prozent der Mercedes-Anteile sind dem chinesischen, staatlich kontrollierten Autokonzern BAIC und dem Eigentümer des Geely-Autokonzerns KYG3777B1032 zuzurechnen.

Das Rüstungselektronik-Unternehmen Hensoldt DE000HAG0005 geht dank höherer Kundenanzahlungen in diesem Jahr von einem besseren Zustrom freier Finanzmittel aus. Das sei hauptsächlich auf höhere Kundenanzahlungen zurückzuführen, die durch beschleunigte Beschaffungsprozesse in Deutschland unterstützt würden. Die Hensoldt-Titel gehörten mit minus 4,2 Prozent dennoch zu den schwächsten Aktien am hiesigen Markt. Auch andere Rüstungswerte wie Rheinmetall DE0007030009 und Renk DE000RENK730 verbuchten deutliche Verluste./edh/stk

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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