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10.06.26 15:28:38

ROUNDUP: US-Inflation steigt erstmals seit drei Jahren über vier Prozent

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die Folgen des Iran-Kriegs haben die Inflation in den USA weiter angeheizt und die Teuerung erstmals seit drei Jahren über vier Prozent getrieben. Im Mai sind die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 4,2 Prozent gestiegen, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Analysten hatten dies im Schnitt erwartet. Damit legte die Inflation den zweiten Monat in Folge deutlich zu und stieg weiter über das von der US-Notenbank Fed angestrebte Ziel von zwei Prozent. Ökonomen gehen davon aus, dass die US-Inflation mit dem Preissprung ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hat.

Angetrieben wurde die Preisentwicklung in der größten Volkswirtschaft weiter vor allem durch Kosten für Energie, die sich im Zuge des Iran-Kriegs deutlich verteuert hat. Für Energie musste im Mai 23,5 Prozent mehr gezahlt werden als vor einem Jahr. Besonders stark war der Anstieg der Benzinpreise. Der Kraftstoff hat sich etwa 40 Prozent verteuert.

Auch die Kernrate der Verbraucherpreise, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Lebensmittel herausgerechnet werden, legte zu. In dieser Betrachtung meldet das Ministerium einen Preisanstieg um 2,9 Prozent im Jahresvergleich, nachdem die Jahresrate im Monat zuvor bei 2,8 Prozent gelegen hatte.

Nach Einschätzung von Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank ist der Anstieg der Kerninflationsrate nur marginal ausgefallen. Damit dürfte der Spekulationen über eine Zinserhöhung der Fed im laufenden Jahr "nicht unbedingt neue Nahrung erhalten".

Am Devisenmarkt reagierte der Kurs des Euro im Handel mit dem US-Dollar kaum auf die Preisdaten. Der Euro war nur zeitweise leicht gestiegen.

Zudem dürfte die Teuerung nach Einschätzung von Experten ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht haben. "Da die Tankstellenpreise im bisherigen Verlauf des Monats Juni nachgegeben haben, sollte damit bereits der Hochpunkt bei der jährlichen Inflationsrate erreicht sein", sagte Analyst Dirk Chlench von der Landesbank Baden-Württemberg. Dies könnte die US-Notenbank seiner Einschätzung nach veranlassen, trotz eines weiter robusten US-Arbeitsmarkt bis auf Weiteres von Leitzinserhöhungen abzusehen./jkr/jsl/men

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