MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der IT-Dienstleister Cancom DE0005419105 hat wegen der anhaltenden Kaufzurückhaltung seine Umsatzprognose für 2026 gesenkt. Der Umsatz dürfte nun bei 1,65 bis 1,75 Milliarden Euro herauskommen, teilte der SDaxDE0009653386-Konzern am Montagabend in München mit. Zuvor war eine Spanne von 1,75 bis 1,85 Milliarden Euro im Plan gestanden. Im Vorjahr hatte Cancom 1,71 Milliarden Euro Umsatz ausgewiesen. Der Kurs der Aktie gab am Dienstag nach Handelsstart nach.
Das Papier verlor rund 5,3 Prozent auf 21,45 Euro. Damit weitete sich der in diesem Jahr aufgelaufene Kursverlust auf gut 19 Prozent aus. Cancom müht sich schon seit geraumer Zeit mit der flauen Nachfrage und kommt offenbar weniger schnell wieder in Tritt als der größere Rivale Bechtle DE0005158703, der nach dem ersten Halbjahr seinen Ausblick aufgestockt hatte.
Cancoms drittes Quartal sei zwar eine Verbesserung gegenüber dem überraschend schwachen zweiten Quartal gewesen, schrieb Analyst Martin Comtesse von der US-Investmentbank Jefferies. Doch der Auftragseingang bleibe schwach. Am Markt hätten sich die Erwartungen bereits in der Mitte der neuen Umsatzspanne und am unteren Ende der Bandbreite für das operative Ergebnis (Ebitda) befunden, urteilte der Experte.
Der strukturelle Digitalisierungsbedarf ist laut Cancom zwar unverändert hoch. Längere Entscheidungszyklen und Projektverschiebungen, insbesondere im Bereich Workplace, wirkten sich jedoch auf die Kundennachfrage aus, hieß es zur Begründung für den gekappten Ausblick.
Im Bereich Workplace stattet Cancom die Mitarbeiter von Kunden mit Hard- und Software für deren tägliche Arbeit aus. IT-Dienstleister bekommen derzeit die rasant anziehenden IT-Komponentenpreise zu spüren, insbesondere für Speicherchips. Im Boom der Errichtung von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz sind diese knapp und teuer geworden, was die Kunden bei neuer IT-Ausstattung zögern lässt.
Die Prognosen für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bestätigte Cancom unterdessen. Der Konzern hatte bereits ein umfangreiches Sparprogramm aufgelegt.
Im dritten Quartal sank der Umsatz nach vorläufigen Zahlen von 423,9 Millionen im Vorjahr auf rund 412,0 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ging von 27,1 auf 24,1 Millionen Euro zurück. Den vollständigen Quartalsbericht will Cancom am 12. November veröffentlichen./men/jha/mne/stk
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