FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax DE0008469008 ist am Mittwoch unter Druck geblieben. Für Verunsicherung sorgten anhaltende Kursverluste im US-Technologiesektor sowie wieder zunehmende Spannungen im Nahen Osten. Die USA und der Iran hatten sich trotz Waffenruhe und laufenden Verhandlungen über ein Kriegsende erneut gegenseitig angegriffen.
Zwischenzeitlich hatten Kommentare des US-Präsidenten den deutschen Leitindex bis zu 1,6 Prozent ins Minus gezogen. Mit Blick auf die sich seit Wochen hinziehenden Verhandlungen über ein Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran hatte Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social geschrieben: "Sie haben zu lange gebraucht, um einen für sie großartigen Deal auszuhandeln, jetzt müssen sie die Konsequenzen tragen!"
Nach den Aussagen Trumps hatte das Börsenbarometer den tiefsten Stand seit mehr als drei Wochen erreicht und war zeitweise unter die 200-Tage-Durchschnittslinie gefallen, die als Indikator für den längerfristigen Trend gilt. Am Ende schloss der Dax 0,97 Prozent im Minus bei 24.195,31 Punkten. Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen Börsenunternehmen fiel um 1,11 Prozent auf 31.292,79 Zähler.
"Die verschärfte Rhetorik von Trump im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten erinnert daran, dass geopolitische Risiken weiterhin unter der Marktoberfläche glimmen", sagte Marktexperte Timo Emden von Emden Research. Zudem seien die Anleger nun in Bezug auf die geldpolitischen Perspektiven der US-Notenbank Fed unter dem Strich kaum schlauer als zuvor. Denn die jüngsten US-Inflationsdaten hätten den Zinssorgen zwar kurzfristig die Schärfe genommen. Für mehr Klarheit über den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank aber sorgten die Daten Emden zufolge nicht.
Im Softwarebereich standen die Quartalszahlen von Oracle US68389X1054 nach US-Börsenschluss im Fokus. Anleger erwarten offenbar nichts Gutes, wie anhaltende Kursverluste im Sektor zeigten. Die Aktien von SAP DE0007164600 büßten 3,2 Prozent ein. Auch die Papiere von Nemetschek DE0006452907 und Teamviewer DE000A2YN900 verloren deutlich.
Am Dax-Ende machten Anleger bei den Papieren des Energietechnikkonzerns Siemens Energy DE000ENER6Y0 weiter Kasse. Sie sackten um 6,5 Prozent ab.
Angetrieben von einem positiven Analystenkommentar setzten die Aktien von Adidas DE000A1EWWW0 ihren jüngsten Erholungskurs mit plus 2,8 Prozent fort. Analyst Piral Dadhania von der kanadischen Bank RBC fand lobende Worte: Der Sportartikelkonzern biete inzwischen ein gut berechenbares Ergebniswachstum, das am oberen Ende der Branche rangiere. Insofern sei die Aktienbewertung noch günstig.
Bessere Profitabilitätsaussichten von Heidelberger Druckmaschinen DE0007314007 verliehen den Titeln des Maschinenbauers rund sechs Prozent Auftrieb. Wie das Unternehmen mitgeteilt hatte, soll die bereinigte operative Marge (Ebitda) im laufenden Geschäftsjahr 2026/27 (bis Ende März) im Vergleich zum Vorjahr spürbar zulegen. Dazu beitragen soll auch ein Sparprogramm.
Die Anteilsscheine von Fielmann DE0005772206 schnellten nach einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank an der Spitze des Nebenwerteindex SDax DE0009653386 um gut sechs Prozent hoch. Analyst Michael Kuhn lobte das bewährte Geschäftsmodell, die dominante Marktposition, eine konstant hohe Kundenzufriedenheit und die erfolgreiche "Vision 2025" der Optikerkette.
Auf europäischer Ebene kam der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 auf ein Minus von 0,66 Prozent auf 6.009,95 Punkte. Der Londoner FTSE 100 GB0001383545 und insbesondere der Züricher SMI CH0009980894 hingegen legten zu. In New York wiederum fiel der Dow Jones Industrial US2605661048 zum europäischen Börsenschluss um 1,1 Prozent./la/men
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
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