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01.03.26 01:01:19

OTS: Neue Osnabrücker Zeitung / Ökonom Hüther kritisiert Merz' Abrücken von ...

Ökonom Hüther kritisiert Merz' Abrücken von CO2-Bepreisung /

IW-Direktor: "Das ist nicht klug" - Warnung vor "klimapolitischem

Desaster"

Osnabrück (ots) - Osnabrück. Ökonom Michael Hüther hat das Infragestellen der

CO2-Bepreisung durch Bundeskanzler Friedrich Merz scharf kritisiert. "CO2-Preise

über den Zertifikatehandel zu etablieren, ist ordnungspolitisch das

interessanteste Konzept im Klimaschutz, weil es mengentreu ist und die

notwendigen Signale an Unternehmen sendet", sagte der Direktor des Instituts der

deutschen Wirtschaft (IW) im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (noz,

Montagsausgabe). "Die aktuellen Abrückbewegungen finde ich schwierig. Es ist

nicht klar, wo die Reise hingeht. Die Unsicherheit ist problematisch, denn wenn

die Unternehmen eines brauchen, sind das stabile Erwartungen."

Kanzler und CDU-Chef Merz hatte vor einigen Tagen auf einem EU-Wirtschaftsgipfel

eine Verschiebung des CO2-Handels ins Spiel gebracht. Sollte sich das Instrument

als falsch erweisen, "sollten wir sehr offen für eine Überarbeitung oder

zumindest für eine Verschiebung sein", sagte der Kanzler in Antwerpen. Die

Aussage sorgte für Irritationen auf dem Emissionsmarkt.

Hüther zeigte sich über Merz' Äußerungen besorgt: "Da entstehen ja auch

Fragezeichen erweiterter Art, das ist nicht klug, das würde ich nicht tun",

sagte er noz. "Man sollte den Emissionshandel weiterentwickeln und auf das

EU-Ziel ausrichten, bis Mitte des Jahrhunderts weitgehend treibhausgasneutral zu

sein. Aber wenn wir von dem Instrument abrücken, dann werden wir ein

klimapolitisches Desaster erleben."

Klimaschutzminister Karsten Schneider (SPD) plädierte kürzlich dafür, die Phase,

in der Unternehmen Verschmutzungsscheine gratis erhalten, zu verlängern. Das

hält IW-Direktor Hüther für erwägenswert. "Eine längere Zuteilung kostenloser

Zertifikate an Unternehmen, die Treibhausgas ausstoßen, stellt den

Emissionshandel nicht grundsätzlich in Frage und kann Sinn machen", sagte er

noz.

Pressekontakt:

Neue Osnabrücker Zeitung

Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/58964/6226011

OTS: Neue Osnabrücker Zeitung

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