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15.09.26 09:52:21

OTS: CRIF GmbH / NPL-Barometer 2026 zeigt erhöhte Kreditrisiken bei ...

NPL-Barometer 2026 zeigt erhöhte Kreditrisiken bei Immobilien und

Mittelstand / steigende Insolvenzen erwartet

Berlin/Hamburg (ots) - Die Kreditrisiken deutscher Banken konzentrieren sich

besonders auf Gewerbeimmobilien und den Mittelstand. Das zeigt das NPL-Barometer

2026 der Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing (BKS) und der Frankfurt

School of Finance & Management. Die neue Auswertung der ESG-Offenlegungen macht

den Branchenunterschied sichtbar: Ende 2025 lag die Quote notleidender

Engagements in klimaintensiven Sektoren bei deutschen Instituten um 2,8

Prozentpunkte über der Quote des übrigen Firmenkreditbuchs. Im EU/EWR-Aggregat

betrug der Abstand 0,74 Prozentpunkte, also rund ein Viertel des deutschen

Werts.

Immobilienwirtschaft prägt den ESG-Befund

Zur Gruppe der klimaintensiven Sektoren zählt in der verwendeten Systematik auch

das Grundstücks- und Wohnungswesen. Auf diesen Bereich entfallen rund 60 Prozent

der notleidenden Engagements in klimaintensiven Sektoren bei den sieben

deutschen Instituten, deren Branchenangaben die BKS im Detail auswerten konnte.

Die Zahl zeigt das Gewicht der Immobilienwirtschaft innerhalb dieser Stichprobe.

Der ESG-Vergleich beschreibt die Verteilung der Kreditrisiken nach Branchen; die

Ursachen müssen anhand von Konjunktur, Geschäftsmodellen und

Finanzierungsbedingungen eingeordnet werden. Über die zusammengefassten Bestände

dieser sieben Banken liegt der Branchenabstand bei 3,43 Prozentpunkten und damit

über dem EBA-Deutschlandwert von 2,8 Prozentpunkten; die Bankenkreise

unterscheiden sich.

"Neben den Konjunktur- tritt ein Transformationszyklus, der Branchen dauerhaft

neu bewertet und Sicherheiten entwertet, die über Jahrzehnte als solide galten",

sagt Prof. Dr. Christoph Schalast, Vorsitzender des Beirats der BKS und

Professor an der Frankfurt School of Finance & Management.

Barometer seit 2015 und Ausblick bis 2027

Das Geschäftsklima im deutschen NPL-Markt liegt 2026 bei +0,32 und damit nahezu

auf dem Vorjahreswert von +0,31. Die seit 2015 fortgeführte Reihe zeichnet den

Weg von der Niedrigzinsphase über die Pandemie und die Zinswende bis zum

heutigen erhöhten Niveau nach. 2015 lag der Index bei -0,16, 2023 erreichte er

+0,46. Positive Werte stehen in der Systematik des Barometers für einen

aktiveren Markt für notleidende Kredite aus Käufersicht.

Parallel haben die notleidenden Kreditbestände wieder zugenommen: von 29,7

Milliarden Euro Ende 2021 auf 48,6 Milliarden Euro Ende 2025. Für den 31. März

2026 meldet die Europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA 50,1 Milliarden Euro in

ihrer deutschen Bankenstichprobe. Das Barometer-Panel erwartet 50,4 Milliarden

Euro zum Jahresende 2026 und 53,1 Milliarden Euro zum Jahresende 2027.

Bei Krediten an kleine und mittlere Unternehmen erwartet das Panel eine

NPL-Quote von 5,1 Prozent Ende 2026 und 5,7 Prozent Ende 2027. Der EBA-Istwert

im ersten Quartal 2026 liegt bei 4,3 Prozent. Für Gewerbeimmobilien rechnet das

Panel mit 6,5 Prozent zu beiden Jahresenden, nach 6,8 Prozent im ersten Quartal

2026.

Insolvenzgeschehen nach Branchen

Die Unternehmensdaten ergänzen diesen Ausblick: 2025 wurden in Deutschland laut

Destatis 24.064 Unternehmensinsolvenzen erfasst. CRIF erwartet für 2026 bis zu

26.000 Fälle. Im ersten Halbjahr entfielen nach der CRIF-Auswertung 22,7 Prozent

der Insolvenzfälle auf das Verarbeitende Gewerbe, 13,4 Prozent auf das

Gastgewerbe, 13,3 Prozent auf das Baugewerbe und 11,7 Prozent auf den Handel

einschließlich Kfz-Reparatur. Zusammen sind das rund 61 Prozent aller Fälle.

Nach der aktuellen CRIF-Einstufung gelten im September 2026 insgesamt 322.890

Unternehmen als insolvenzgefährdet. Das entspricht 10,3 Prozent aller

Unternehmen. Die Zahl der insolvenzgefährdeten Unternehmen liegt um 1,4 Prozent

über dem Vorjahr. Unter den von CRIF genannten Branchen weisen die Gastronomie

mit 13,2 Prozent und der Kfz-Handel mit 12,5 Prozent besonders hohe

Gefährdungsanteile auf. Diese Werte beziehen sich auf die Unternehmen innerhalb

der jeweiligen Branche und sind von der Verteilung tatsächlich eingetretener

Insolvenzen zu unterscheiden.

"Unsere Daten zeigen, dass die Zahl der Unternehmen mit erhöhtem Insolvenzrisiko

weiter zunimmt. Deshalb erwarten wir für 2026 einen erneuten Anstieg der

Unternehmensinsolvenzen", erklärt Dr. Frank Schlein, Geschäftsführer von CRIF

Deutschland.

Auch Privatpersonen stehen unter Druck

CRIF registriert für das erste Halbjahr 2026 insgesamt 54.900 Privatinsolvenzen,

4,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr erwartet CRIF

110.000 Fälle nach knapp 108.000 im Jahr 2025. Die Zahlen ergänzen den Blick auf

die Kreditqualität um die finanzielle Lage privater Haushalte.

Ein weiterer Beobachtungspunkt ist Stage 2: Kredite, deren Ausfallrisiko seit

Erstansatz deutlich gestiegen ist, die aber noch nicht bonitätsbeeinträchtigt

sind. Zum 31. März 2026 beträgt ihr Anteil an den zu fortgeführten

Anschaffungskosten bewerteten Krediten in der deutschen EBA-Stichprobe 15,0

Prozent, im EU/EWR-Aggregat 9,1 Prozent. Stage 3 bezeichnet dagegen Kredite mit

bereits eingetretener Wertminderung: Verlustereignisse wie Zahlungsausfälle oder

erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners beeinträchtigen die

erwarteten Rückzahlungen. Mögliche Übergänge von Stage 2 zu Stage 3 verdienen

deshalb besondere Aufmerksamkeit.

"Für Unternehmen und ihre Finanzierungspartner rücken damit die frühzeitige

Erkennung von Krisen und die Wahl geeigneter Restrukturierungsinstrumente in den

Mittelpunkt", sagt Martin Kropp, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht bei

der auf Sanierungen und Restrukturierungen spezialisierten Kanzlei Schultze &

Braun. Dazu gehören vorinsolvenzliche Verfahren, das StaRUG und die

Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und finanzierenden Banken. "Fakt ist: Kein

Unternehmen ist davor gefeit, in eine wirtschaftliche Schieflage zu geraten.

Wenn Krisenanzeichen aber frühzeitig erkannt werden, stehen die Chancen gut,

eine Krisensituation zu meistern oder sie sogar zu vermeiden. Das ist für die

Unternehmen, aber auch für ihre Finanzierungspartner das beste Ergebnis",

erläutert Kropp.

BKS fordert Evaluierung und mehr Markttransparenz

"Wer Altlasten aus der Bilanz nehmen kann, hat Kapital frei, um den Umbau seiner

Kundschaft zu begleiten", betont BKS-Präsident Dr. Marcel Köchling. Die BKS

verbindet die Ergebnisse mit zwei Forderungen: einer Evaluierung des

Kreditzweitmarktgesetzes und mehr Transparenz über die von der Aufsicht

erhobenen Transaktionsdaten. Die bereits von der Aufsicht erhobenen

Transaktionsdaten sollten aggregiert und anonymisiert zugänglich gemacht werden.

Über das NPL-Barometer

Das NPL-Barometer erfasst seit 2015 die Einschätzungen von Fach- und

Führungskräften, die in deutschen Kreditinstituten unmittelbar mit Kreditrisiken

und notleidenden Engagements arbeiten. Die strukturierte Expertenbefragung

beleuchtet unterschiedliche Kreditsegmente sowie Bestandsentwicklung,

Transaktionen, Preise und regulatorische Rahmenbedingungen. Im Panel sind

verschiedene Banktypen vertreten. Die Ergebnisse liefern ein fachlich fundiertes

Stimmungsbild aus der Bankpraxis, das die BKS mit Aufsichtsdaten und weiteren

Marktindikatoren einordnet. Die Zahl der auswertbaren Antworten variiert je nach

Frage. Die Befragung fand von Januar bis Mai 2026 statt. Redaktionsschluss der

Barometer-Datenauswertung war der 3. September 2026; die CRIF-Angaben wurden für

die Pressekonferenz im September ergänzt.

Das Webinar zum NPL-Barometer findet am 16. September 2026 um 14 Uhr statt.

Informationen zu Teilnahme, Materialien und Pressezugang:

mailto:jan.dzieciol@bks-ev.de . Auf Anfrage bietet die BKS einen Pressezugang

zur BKS-Datenplattform an, unterstützt bei vertiefenden Auswertungen und

vermittelt Interviews mit den Beteiligten. Das vollständige Pressepaket steht

hier zum Download bereit:

https://bks-ev.de/wp-content/uploads/2026/09/Pressepaket_NPL_Barometer_2026.zip

Über die BKS

Die Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing e. V. vertritt seit 2007

Investoren, Servicer und Dienstleister des deutschen Marktes für notleidende

Kredite. Gemeinsam mit der Frankfurt School of Finance & Management erhebt sie

seit 2015 das NPL-Barometer. http://www.bks-ev.de

Über CRIF Deutschland

CRIF ist ein weltweit tätiger Anbieter von Kreditinformationen und Lösungen für

das Risikomanagement. CRIF Deutschland veröffentlicht regelmäßig Analysen zu

Unternehmens- und Privatinsolvenzen sowie zum Zahlungsverhalten der deutschen

Wirtschaft. http://www.crif.de

Über Schultze & Braun

Schultze & Braun ist mit rund 30 Standorten in Deutschland und dem europäischen

Ausland vertreten. Die Kanzlei berät Unternehmen und Investoren sowie

finanzierende Banken bei Restrukturierungen und Sanierungen und ist in der

Insolvenzverwaltung tätig. http://www.schultze-braun.de

Pressekontakt:

Oliver Ollrogge, CRIF GmbH, Bereich Marketing/PR

E-Mail: mailto:o.ollrogge@crif.com, Tel.: 040 / 89 803 582

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/22285/6352202

OTS: CRIF GmbH

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