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21.04.26 12:17:22

OTS: BearingPoint GmbH / Unsicherheit bremst Entscheidungen und entwickelt ...

Unsicherheit bremst Entscheidungen und entwickelt sich zum

gesamtwirtschaftlichen Risiko (FOTO)

Frankfurt am Main (ots) - Unsicherheit ist für viele Menschen in Deutschland zum

ständigen Begleiter geworden, allerdings mit sehr unterschiedlichen

Schwerpunkten zwischen den älteren und jüngeren Generationen. Eine aktuelle

Umfrage von BearingPoint zeigt, wie stark diese Unterschiede Entscheidungen,

Karrieren und Erwartungen an Führung prägen und wie sich dies auf die

Gesamtwirtschaft auswirkt.

Politische und wirtschaftliche Unsicherheit führt dazu, dass Menschen in

Deutschland Entscheidungen zunehmend vertagen. Zugleich zeigen sich deutliche

Generationsunterschiede in Sorgen und Prioritäten. Eine aktuelle, repräsentative

Umfrage der Management- und Technologieberatung BearingPoint macht sichtbar:

Während ältere Altersgruppen vor allem Energiepreise und Versorgungssicherheit

beschäftigen, verbinden jüngere Menschen Unsicherheit stärker mit digitaler

Wettbewerbsfähigkeit, KI und ihrer beruflichen Zukunft.

Entscheidungen werden aufgeschoben

Die unsichere politische und wirtschaftliche Lage wirkt sich bereits konkret auf

das Verhalten aus: 17 Prozent der Befragten geben an, in den vergangenen Monaten

größere Anschaffungen (z. B. Auto, Haushaltsgeräte oder Elektronik) aufgeschoben

zu haben. Acht Prozent nennen vertagte Entscheidungen rund um Geldanlagen und

Altersvorsorge, sechs Prozent verschobene Schritte in der Lebensplanung. Jeweils

rund fünf Prozent betreffen aufgeschobene Jobwechsel bzw. Karriereschritte sowie

Immobilienkauf oder -miete. Insgesamt gibt fast jeder dritte Befragte an,

Entscheidungen aufgrund von Unsicherheit aufgeschoben zu haben. Ein Befund, der

laut BearingPoint auch gesamtwirtschaftliche Folgen hat.

"Wenn Entscheidungen systematisch aufgeschoben werden, verliert eine

Volkswirtschaft an Tempo. Das ist ökonomisch relevanter als kurzfristige

konjunkturelle Schwankungen", kommentiert Iris Grewe, Regionalleiterin

Central/East und globale Leiterin Consulting Ecosystem bei BearingPoint. "Was im

Privaten als Zögern beginnt, kann sich in der Folge gesamtwirtschaftlich zu

einem Investitionsstau verdichten."

Pessimistischer Zukunftsblick: Sorge um die nächste Generation als

Standortfaktor

Auch der Blick in die Zukunft ist bei vielen Befragten deutlich pessimistisch:

19 Prozent glauben, dass es der nächsten Generation wirtschaftlich auf jeden

Fall schlechter gehen wird, weitere 38 Prozent halten dies für wahrscheinlich.

Demgegenüber erwarten nur zehn Prozent eine wahrscheinlich bessere und zwei

Prozent eine auf jeden Fall bessere Entwicklung.

"Wenn eine Generation nicht mehr daran glaubt, dass es ihr wirtschaftlich besser

gehen wird, ist das nicht nur ein subjektives Empfinden von

Handlungsunfähigkeit, sondern ein reales Risiko für den Standort", so Iris

Grewe.

KI wird zur Zukunftsfrage einer Generation

Besonders deutlich zeigen sich die Unterschiede zwischen den Generationen beim

Thema Künstliche Intelligenz. Während insgesamt nur ein kleiner Teil der

Bevölkerung den technologischen Rückstand Deutschlands bei KI als größte Sorge

nennt, liegt der Anteil bei den 18- bis 24-Jährigen mit 13 Prozent mehr als

doppelt so hoch wie bei den 45- bis 54-Jährigen (sechs Prozent) und mehr als

viermal so hoch wie bei den über 55-Jährigen (drei Prozent).

Für jüngere Generationen ist digitale Wettbewerbsfähigkeit damit kein abstraktes

Zukunftsthema, sondern eng mit den eigenen Berufs- und Lebensperspektiven

verknüpft. Entsprechend ausgeprägt sind auch Sorgen rund um KI und

Automatisierung: 28 Prozent der unter 25-Jährigen geben an, dass ihnen diese

Entwicklungen mit Blick auf ihren aktuellen oder künftigen Arbeitsplatz

besondere Sorgen bereiten - deutlich mehr als in allen anderen Altersgruppen.

Unsicherheit bremst vor allem junge Karrieren

Die Studie zeigt zudem, dass wirtschaftliche und politische Unsicherheit

insbesondere bei Berufseinsteigern konkrete Auswirkungen auf

Karriereentscheidungen hat. Elf Prozent der 18- bis 24-Jährigen und zehn Prozent

der 25- bis 34-Jährigen geben an, geplante Jobwechsel oder Karriereschritte

aufgeschoben zu haben. Bei den über 55-Jährigen sind es lediglich zwei Prozent.

Das deutet darauf hin, dass jüngere Beschäftigte den Arbeitsmarkt aktuell als

deutlich instabiler wahrnehmen und Risiken stärker abwägen. Bemerkenswert ist

zudem: Die jüngste Altersgruppe sorgt sich im Vergleich weniger um klassische

Wohlstandsthemen wie Lebenshaltungskosten oder Konjunktur, dafür aber

überdurchschnittlich stark um technologische Umbrüche und

Qualifikationsanforderungen.

Führungsqualität wird zum entscheidenden Faktor im Wettbewerb um Talente

Vor diesem Hintergrund gewinnt Führung eine neue strategische Bedeutung. Mehr

als jeder zweite Beschäftigte unter 35 Jahren (54 Prozent) würde den Arbeitgeber

wechseln, wenn er dort bessere Führung erwarten könnte, selbst bei gleichem

Gehalt. In der Altersgruppe über 55 Jahren trifft dies nur auf rund 23 Prozent

zu.

Für junge Talente sind damit Entscheidungsstärke, Transparenz und Orientierung

mindestens genauso wichtig wie monetäre Anreize. Gefragt sind Führungskräfte,

die auch unter Unsicherheit handlungsfähig bleiben und klare

Zukunftsperspektiven aufzeigen.

"Führung ist kein Kulturthema mehr. In der Krise entscheidet sie darüber, ob

Staat, Unternehmen und die Gesellschaft handlungsfähig bleiben", sagt Iris

Grewe. "Insofern ist Führung ein ökonomischer Hebel. Denn sie bestimmt, wie

schnell und wie klar Organisationen unter Unsicherheit Entscheidungen treffen

und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern. In diesem Zusammenhang wird

Unsicherheit dann zum wirtschaftlichen Faktor, wenn sie Entscheidungen

verzögert. Denn Wachstum entsteht nicht aus der Vermeidung von Risiken, sondern

durch bewusste und kontrollierte Risikobereitschaft."

Energie und Geopolitik bleiben Sorgen der Älteren

Während sich jüngere Menschen stärker auf KI und Arbeitsmarktentwicklungen

fokussieren, dominieren bei den über 45-Jährigen andere Unsicherheitsfaktoren.

Mehr als 60 Prozent der 45- bis 54-Jährigen und der über 55-Jährigen nennen

Energieversorgung, Energieabhängigkeiten und Energiepreise als größte Sorge. Das

sind deutlich mehr als in den jüngeren Altersgruppen.

Zudem zeigen die Ergebnisse, dass Personen mit höheren Bildungsabschlüssen

stärker durch geopolitische Konflikte beunruhigt sind als Menschen mit

niedrigeren Abschlüssen, während höhere Einkommen und formale Qualifikation die

Sorge um Energiepreise spürbar reduzieren.

Stadt, Land, Ost, West: regionale Muster, aber der größte Bruch verläuft entlang

Lebensphasen und Absicherung

Neben den Generationeneffekten zeigen sich auch Unterschiede entlang des

Lebensumfelds: Im ländlichen Raum sind Sorgen um Energieversorgung und

Verteidigungsfähigkeit stärker ausgeprägt, während in städtischen Regionen

Themen wie digitale Infrastruktur und KI häufiger als relevant genannt werden.

Auch zwischen Ost- und Westdeutschland gibt es Akzentverschiebungen: Menschen in

Ostdeutschland nennen geopolitische Konflikte häufiger als Sorge (55 Prozent vs.

50 Prozent), während in Westdeutschland ein höherer Bedarf an

Verteidigungsfähigkeit gesehen wird (31 Prozent vs. 23 Prozent).

In der Gesamtschau gilt jedoch: Die größten Unterschiede im Erleben von

Unsicherheit verlaufen weniger entlang der Region, sondern vor allem entlang von

Altersgruppen, finanzieller Absicherung sowie Lebens- und Besitzstatus.

Über die Umfrage

Die Ergebnisse basieren auf einer repräsentativen Online-Befragung von

BearingPoint, die durch das Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführt

wurde. Im Zeitraum vom 8. bis 10. April 2026 wurden insgesamt 2.096 Personen ab

18 Jahren in Deutschland befragt. Die Stichprobe wurde nach Alter, Geschlecht

und Region quotiert und anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind

repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.

Über BearingPoint

BearingPoint ist eine unabhängige Management- und Technologieberatung mit

europäischen Wurzeln und globaler Reichweite, die Unternehmen mithilfe moderner

Technologien transformiert. Wir unterstützen Unternehmen bei der Transformation,

indem wir fundiertes Branchenwissen mit starken Kompetenzen in Strategie,

Geschäftsprozessen, Technologie und KI kombinieren. Unsere Beraterteams arbeiten

dabei in unterschiedlichsten Industrien - immer nah am Kunden. Spezialisierte

SAP- und Microsoft-Einheiten, ein starker Fokus auf KI sowie ergebnisorientierte

Softwarelösungen ermöglichen maßgeschneiderte, innovative Lösungen für die

Herausforderungen unserer Kunden.

Zu BearingPoints Kunden gehören viele der weltweit führenden Unternehmen und

Organisationen. Das globale Netzwerk von BearingPoint mit mehr als 15.000

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützt Kunden in über 70 Ländern und

engagiert sich gemeinsam mit ihnen für einen messbaren und langfristigen

Geschäftserfolg.

BearingPoint gehört zu den TIME World's Best Companies und den Forbes World's

Best Employers. Das Unternehmen ist zudem eine zertifizierte B Corporation, die

hohe soziale und ökologische Standards erfüllt.

Pressekontakt:

Alexander Bock

Global Senior Manager Communications

Tel: +49 89 540338029

E-Mail: mailto:alexander.bock@bearingpoint.com

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/68073/6259722

OTS: BearingPoint GmbH

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