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08.04.26 10:03:15

OTS: Atradius Kreditversicherung / Resilienz deutscher Unternehmen wird 2026 ...

Resilienz deutscher Unternehmen wird 2026 erneut auf die Probe

gestellt

Köln (ots) -

- Zahlreiche Branchen durch Lieferketten-Probleme in prekärer Lage

- Massive Verschlechterung der Konsumentenstimmung

Die Störung der globalen Lieferketten beeinträchtigt Deutschlands Wirtschaft.

Krisen, wie die faktisch gesperrte Straße von Hormus im Zuge des Iran-Krieges

oder die Vorherrschaft Chinas bei Seltenen Erden, haben gravierende Folgen für

die Versorgung der deutschen und europäischen Unternehmen mit Rohstoffen,

Energie und Technologie. "Der Iran-Krieg ist ein Bremsklotz für den Aufschwung,

der durch sinkende Zinsen und staatliche Investitionspakete eingeleitet werden

sollte. Die Resilienz der Unternehmen wird 2026 erneut auf die Probe gestellt",

sagt Dietmar Gerke, Senior Manager Special Risk Management beim internationalen

Kreditversicherer Atradius.

Die jüngsten Inflationszahlen des Statistischen Bundesamtes sind angesichts der

Auswirkungen der aktuellen Polykrisen wenig überraschend. Danach liegt die

Inflationsrate im März insbesondere aufgrund der gestiegenen Energiepreise bei

2,7 Prozent. Eine rasche Erholung ist nicht in Sicht, im Gegenteil. "Je nach

Fortdauer des Krieges zwischen Israel, den USA und dem Iran kommt die

eigentliche Teuerungswelle erst noch. Der Preisdruck wird noch spürbar steigen

und die Aussichten auf ein spürbares Wirtschaftswachstum dagegen werden deutlich

sinken", sagt Dietmar Gerke. Das belegen auch die jüngsten Konjunkturprognosen.

So rechnen die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrer traditionellen

Frühjahrsprognose in diesem Jahr mit einem Wachstum von mageren 0,6 Prozent und

für 2027 von 0,9 Prozent. Im vergangenen Herbst waren sie noch optimistisch von

einem Plus von 1,3 Prozent für 2026 ausgegangen. Damit geht Deutschland im

vierten Jahr in Folge in ein schwaches Wirtschaftsjahr - 2025 gab es ein

winziges Plus von 0,2 Prozent, die beiden Jahre davor gab es sogar ein Minus.

Stark belastete Glieder in den Lieferketten

Der Konflikt im Nahen Osten belastet die Handelswege, insbesondere im Bereich

der Schifffahrt durch das Rote Meer. Dies führt zu punktuellen Verzögerungen und

höheren Frachtkosten, was die "Just-in-time"-Produktion der Industrie erschwert.

Zugleich steigen die Preise für Rohöl oder auch Helium, beides entscheidende

Vorprodukte für zahlreiche Branchen. "Vor dem Hintergrund der seit Jahren

bestehenden Lieferketten-Problematik ist das Bemühen der Unternehmen nach einer

Diversifizierung ihrer Handelswege mittlerweile deutlich erkennbar", sagt

Dietmar Gerke. Das zeigt sich nicht nur in der Umstellung von "Just-in-time" auf

"Just-in-Case" mit erhöhten Lagerbeständen, sondern auch in der von der Politik

unterstützten Erschließung neuer Märkte, wie etwa durch die Handelsabkommen mit

Indien, Australien und dem Mercosur.

Prekäre Lage für Unternehmen und Verbraucher

Kurzfristig ist die Lage für zahlreiche Branchen noch prekärer geworden.

Chemie-, Stahl- und Metallindustrie kämpfen mit den im globalen Vergleich hohen

Energiekosten, die durch die Unsicherheit im Iran zusätzlich befeuert werden.

Energiekonzerne müssen deutlich teurer einkaufen. Hinzu kommen erhöhte Kosten im

Transportwesen. Andere Branchen wie das verarbeitende Gewerbe, die

Automobilindustrie oder der Maschinenbau kämpfen zusätzlich mit der schwachen

Nachfrage, Handelsbarrieren und dem wachsenden Wettbewerbsdruck.

Das letzte Glied in dieser Kette sind die Verbraucherinnen und Verbraucher.

Schon jetzt spüren sie die Kostensteigerungen bei Benzin und Diesel an den

Zapfsäulen sowie bei Erdgas und Heizöl. Doch das könnte nicht der einzige

Preisschock bleiben. Rechnen müssen die Konsumentinnen und Konsumenten auch mit

steigenden Lebensmittelpreisen. Der Grund: Die höheren Kosten für Energie und

Düngemittel verteuern die landwirtschaftliche Produktion, steigende Transport-

und Versicherungskosten für Lieferketten werden an die Endkunden weitergegeben.

Auch besonders energieintensive Lebensmittel wie Backwaren oder Produkte mit

langen Kühlketten könnten teurer werden. "Die Verbraucherstimmung hat sich durch

den Konflikt bereits massiv verschlechtert. Viele Haushalte sparen mehr als

zuvor und verschieben oder stoppen größere Anschaffungen", sagt Dietmar Gerke.

"Das dürfte den privaten Konsum spürbar dämpfen und damit die Konjunkturerholung

zusätzlich belasten."

Pressekontakt:

Atradius Kreditversicherung

Niederlassung der Atradius Crédito y Caución S.A. de Seguros y

Reaseguros

Astrid Goldberg

Pressesprecherin

Telefon: +49 (0) 221 2044 - 2210

E-Mail: mailto:astrid.goldberg@atradius.com

Stefanie Heilken

Pressereferentin

Telefon: +49 (0) 221 2044 -1034

E-Mail: mailto:stefanie.heilken@atradius.com

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/52329/6251193

OTS: Atradius Kreditversicherung

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