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11.05.26 09:30:14

OTS: Allianz Trade / Deutsche IT-Branche: Zu wenig Präsenz in ...

Deutsche IT-Branche: Zu wenig Präsenz in Wachstumsbereichen - US

Unternehmen greifen 70 % der europäischen Umsätze ab

Hamburg (ots) -

- Strukturelles Problem: US Unternehmen erzielen rund 70 % der europäischen

Umsätze - deutsche Anbieter zu wenig präsent in Wachstumssegmenten

- Höhere Risiken: Deutscher IT-Sektor mit insgesamt hohem Branchenrisiko - das

weltweite Risiko im mittleren Bereich

- Starke Position: Deutscher Anbieter in Industrie-Software, ERP-Integration und

spezialisierten B2B-Lösungen gut positioniert

- Potenzial I: Deutsche Anbieter vielerorts in früher Phase bei

KI-Monetarisierung

- Potenzial II: Mehr Daten sind eine Goldgrube für die Cloud- und

Cybersicherheitsbranche

Der deutsche IT- und Software-Sektor befindet sich in einer Phase des Umbruchs.

Während die Digitalisierung und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI)

neue Chancen eröffnen, bleibt das Wachstum im internationalen Vergleich hinter

den Erwartungen zurück. Dies geht aus der aktuellen Branchenanalyse des weltweit

führenden Kreditversicherers Allianz Trade hervor.

US Unternehmen erzielen rund 70 % der europäischen Umsätze

"Wir sehen aktuell einen globalen KI-Boom", sagt Milo Bogaerts, CEO von Allianz

Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz. "Allerdings profitieren davon

vor allem US-amerikanische IT-Unternehmen. Sie erzielen rund 70 % der

europäischen Umsätze, während deutsche Unternehmen wenig von dem Boom spüren und

das Wachstum hierzulande deutlich hinterherhinkt. Das ist vor allem ein

strukturelles Problem, denn die deutschen Unternehmen sind in den

wachstummstärksten Bereichen wenig präsent. Entsprechend verzeichnet der

deutsche IT-Sektor ein hohes Branchenrisiko. Das weltweite Risiko liegt hingegen

im mittleren Bereich. Aber: Viele deutsche Anbieter befinden sich derzeit noch

in einer frühen Phase, KI wirtschaftlich erfolgreich zu monetarisieren. Da ist

noch Luft nach oben und viel Potenzial."

Strukturelles Problem: Deutsche Anbieter zu wenig präsent in Wachstumssegmenten

Gründe für das schwächere Wachstum sind vor allem die geringe Präsenz deutscher

Anbieter in besonders wachstumsstarken Segmenten wie Hyperscale-Cloud,

KI-Plattformen und datengetriebenen Ökosystemen. Auch die geringere

Kapitalintensität und die langsameren Innovationszyklen bremsen lokale Anbieter

im internationalen Vergleich aus.

Im Jahr 2025 stieg der Gesamtumsatz des deutschen IT- und Software-Sektors um

rund 6 %. Dies liegt etwa 3 Prozentpunkte unter dem 10-Jahres-Durchschnitt und

deutlich hinter den zweistelligen Wachstumsraten, die weltweit - vor allem durch

US-Unternehmen und die steigende Nachfrage nach KI-Lösungen - erzielt wurden.

Die Margen erholten sich im gleichen Zeitraum auf etwa 15 % und haben sich damit

im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Diese Verbesserung ist vor allem auf

strikte Kostenkontrolle und Preisdisziplin zurückzuführen. Dennoch bleibt die

Rentabilität volatil, und ein nachhaltiger Aufschwung, der direkt auf

KI-Investitionen zurückzuführen ist, zeichnet sich bislang nicht ab.

Chancen durch KI-Investitionen und Digitalisierung - fehlende Fachkräfte als

Herausforderung

"Trotz des moderaten Wachstums bleibt der deutsche IT-Sektor ein zentraler

Akteur in Europa", sagt Guillaume Dejean, Branchenexperte bei Allianz Trade.

"Deutsche Anbieter verfügen weiterhin über starke Positionen in

Industrie-Software, ERP-Integration und spezialisierten B2B-Lösungen. Zudem hat

die deutsche Wirtschaft ein hohes Interesse an der Integration von

KI-Technologien in Geschäftsprozesse. Dank der hohen digitalen Reife deutscher

Unternehmen im europäischen Vergleich und der Unterstützung durch EU-Mandate zur

Förderung der Digitalisierung eröffnen sich vielversprechende Möglichkeiten."

Viele Unternehmen wollen ihre KI-Investitionen deutlich ausweiten, stoßen jedoch

bei Skalierung und Fachkräften an Grenzen. Dies schafft Raum für

anpassungsfähige Dienstleister, die mit klaren Umsatzprognosen und schnellem

Return on Investment (ROI) punkten können.

Mehr Daten sind eine Goldgrube für die Cloud- und Cybersicherheitsbranche

Ein weiterer Wachstumsbereich ist die Cybersicherheit. Angesichts der

zunehmenden Datenmengen im Unternehmens- und Verbrauchersegment steigt die

Nachfrage nach entsprechenden Lösungen.

"Mehr Daten sind eine Goldgrube für die Cloud- und Cybersicherheitsbranche",

sagt Dejean. "Eine große Chance für die europäische IT- und Softwarebranche

ergibt sich aus dem exponentiellen Wachstum der in der gesamten Wirtschaft

generierten Daten. Daten sind zu einem zentralen strategischen Vermögenswert

geworden - entscheidend für das Verständnis des Kundenverhaltens, die

Optimierung von Abläufen und die Ermöglichung von KI-Anwendungsfällen. Damit

steigt die Nachfrage nach Rechenzentren, robuster Dateninfrastruktur und

Analysefähigkeiten. Dieses Umfeld ist besonders förderlich für Cybersicherheits-

und Datenspeicherlösungen, da Unternehmen immer komplexere und sensiblere

Datensätze sichern, verwalten und deren Wert erschließen müssen."

Regulatorische Anforderungen im Bereich Datenschutz verstärken diesen Trend

zusätzlich und treiben Unternehmen dazu, auf ausgefeiltere, konforme Plattformen

umzusteigen. Über die Infrastruktur hinaus wird die Fähigkeit, Rohdaten in

verwertbare Erkenntnisse umzuwandeln, zu einem entscheidenden

Unterscheidungsmerkmal und schafft Chancen für Softwareanbieter, die Speicher,

Sicherheit und Analytik in skalierbare Lösungen integrieren können. In diesem

Zusammenhang ist die Datenflut nicht nur eine Frage des Volumens, sondern ein

Hebel zur Wertschöpfung, der das nachhaltige Wachstum im gesamten europäischen

IT-Ökosystem untermauert.

Spagat zwischen digitaler Souveränität und technologischer Wettbewerbsfähigkeit

"Ein anhaltendes strategisches Dilemma für die europäische IT- und

Softwarebranche ist der Spagat zwischen digitaler Souveränität und

technologischer Wettbewerbsfähigkeit", sagt Dejean. "Die Verringerung der

Abhängigkeit von US-Hyperscalern ist zu einer politischen Priorität geworden,

doch deren tief integrierte Ökosysteme, Größenvorteile und führende

KI-Fähigkeiten machen eine Substitution kostspielig und komplex."

Eine zu abrupte Abkehr birgt das Risiko, dass Unternehmen einer

leistungsschwächeren Infrastruktur, einer verminderten Innovationsfähigkeit und

einer langsameren KI-Einführung ausgesetzt werden, was die Wettbewerbslücke

Europas potenziell vergrößern könnte. Gleichzeitig schränkt das Fehlen

europäischer Akteure mit vergleichbarer Breite und Größe die Machbarkeit eines

raschen Übergangs ein.

Herausforderungen durch Marktfragmentierung und geopolitische Risiken

Die mittelfristigen Aussichten (2026-2028) bleiben demnach herausfordernd.

"Die Fragmentierung des europäischen Marktes erschwert die Skalierbarkeit und

grenzüberschreitende Expansion und die Abhängigkeit von US-Technologien bleibt

bestehen - auch im öffentlichen Sektor", sagt Dejean. "Zudem bleibt der deutsche

IT-Sektor stark mit seiner industriellen Basis verbunden, was ihn anfällig für

Konjunkturabschwünge im verarbeitenden Gewerbe macht. Geopolitische Spannungen,

Inflationsrisiken und schwankende Energiepreise könnten die IT-Budgets

zusätzlich belasten, insbesondere bei langfristigen oder spekulativen

KI-Projekten."

Ein Balanceakt zwischen Effizienz und Innovation

In diesem anspruchsvollen Umfeld verlagert sich der Fokus der Branche zunehmend

von Skalierung hin zu Effizienz. Unternehmen, die selektiv vorgehen und auf

Projekte mit schneller Umsetzbarkeit und messbarem Mehrwert setzen, sind am

besten positioniert, um in diesem anspruchsvollen Umfeld in den kommenden Jahren

erfolgreich zu sein.

Die deutsche IT-Branche steht vor einem Balanceakt zwischen der Nutzung der

Chancen der KI-Revolution und der Bewältigung struktureller sowie

makroökonomischer Herausforderungen.

"Trotz der Herausforderungen bleibt der deutsche IT-Sektor ein zentraler Treiber

der wirtschaftlichen Transformation", sagt Bogaerts. "Die kommenden Jahre werden

allerdings entscheidend sein, um die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen

Vergleich zu sichern und KI-Dienstleistungen erfolgreich zu monetarisieren."

Die vollständige Branchestudie finden Sie hier:

https://bit.ly/4cZNpJ6

Allianz Trade ist weltweiter Marktführer im Kreditversicherungsgeschäft und

anerkannter Spezialist für Bürgschaften und Garantien, Inkasso sowie Schutz

gegen Betrug oder politische Risiken. Allianz Trade verfügt über mehr als 100

Jahre Erfahrung und bietet seinen Kunden umfassende Finanzdienstleistungen an,

um sie im Liquiditäts- und Forderungsmanagement zu unterstützen.

Über das unternehmenseigene Monitoring-System verfolgt und analysiert die

Allianz Trade Gruppe täglich die Insolvenzentwicklung von mehr als 83 Millionen

kleiner, mittlerer und multinationaler Unternehmen und hat sofortigen Zugriff

auf die Daten von 289 Mio. Unternehmen in mehr als 160 Ländern. Insgesamt

umfassen die Expertenanalysen Märkte, auf die 92% des globalen

Bruttoinlandsprodukts (BIP) entfallen.

Mit dieser Expertise macht die Allianz Trade Gruppe den Welthandel sicherer und

gibt den weltweit über 75.000 Kunden das notwendige Vertrauen in ihre Geschäfte

und deren Bezahlung. Als Tochtergesellschaft der Allianz und mit einem AA-Rating

von Standard & Poor's ist die Holding von Allianz Trade mit Sitz in Paris im

Schadensfall der finanzstarke Partner an der Seite seiner Kunden.

Das Unternehmen ist in über 40 Ländern vertreten und beschäftigt mehr als 5.900

Mitarbeiter weltweit. 2025 erwirtschaftete die Allianz Trade Gruppe einen

konsolidierten Umsatz von EUR 4 Milliarden und versicherte weltweit

Geschäftstransaktionen im Wert von EUR 1.400 Milliarden.

Weitere Informationen auf http://www.allianz-trade.de

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Informationen können Aussagen über zukünftige Erwartungen und andere

zukunftsgerichtete Aussagen enthalten, die auf aktuellen Einschätzungen und

Annahmen der Geschäftsführung basieren, und bekannte und unbekannte Risiken

sowie Unsicherheiten beinhalten, aufgrund derer die tatsächlichen Ergebnisse,

Entwicklungen oder Ereignisse von den hier gemachten Aussagen wesentlich

abweichen können. Neben zukunftsgerichteten Aussagen im jeweiligen Kontext

spiegelt die Verwendung von Wörtern wie "kann", "wird", "sollte", "erwartet",

"plant", "beabsichtigt", "glaubt", "schätzt", "prognostiziert", "potenziell"

oder "weiterhin" ebenfalls eine zukunftsgerichtete Aussage wider. Die

tatsächlichen Ergebnisse, Entwicklungen oder Ereignisse können aufgrund

verschiedener Faktoren von solchen zukunftsgerichteten Aussagen beträchtlich

abweichen. Zu solchen Faktoren gehören u.a.: (i) die allgemeine konjunkturelle

Lage einschließlich der branchenspezifischen Lage für das Kerngeschäft bzw. die

Kernmärkte der Allianz-Gruppe, (ii) die Entwicklung der Finanzmärkte

einschließlich der "Emerging Markets" einschließlich Marktvolatilität,

Liquidität und Kreditereignisse, (iii) die Häufigkeit und das Ausmaß der

versicherten Schadenereignisse einschließlich solcher, die sich aus

Naturkatastrophen ergeben; daneben auch die Schadenkostenentwicklung, (iv)

Stornoraten, (v) Ausmaß der Kreditausfälle, (vi) Zinsniveau, (vii)

Wechselkursentwicklungen einschließlich des Wechselkurses EUR-USD, (viii)

Entwicklung der Wettbewerbsintensität, (ix) gesetzliche und aufsichtsrechtliche

Änderungen einschließlich solcher bezüglich der Währungskonvergenz und der

Europäischen Währungsunion, (x) Änderungen der Geldpolitik der Zentralbanken

bzw. ausländischer Regierungen, (xi) Auswirkungen von Akquisitionen,

einschließlich der damit verbundenen Integrationsthemen, (xii)

Umstrukturierungsmaßnahmen, sowie (xiii) allgemeine Wettbewerbsfaktoren jeweils

in einem örtlichen, regionalen, nationalen oder internationalen Rahmen. Die

Eintrittswahrscheinlichkeit vieler dieser Faktoren kann durch Terroranschläge

und deren Folgen noch weiter steigen. Das Unternehmen übernimmt keine

Verpflichtung, zukunftsgerichtete Aussagen zu aktualisieren.

Pressekontakt:

Allianz Trade

Antje Wolters

Pressesprecherin

Telefon: +49 (0)40 8834-1033

Mobil: +49 (0)160 899 2772

mailto:antje.wolters@allianz-trade.com

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/52706/6272472

OTS: Allianz Trade

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