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08.04.26 12:12:20

OTS: Allianz Trade / Allianz Trade: 83 % der deutschen Unternehmen rechnen ...

Allianz Trade: 83 % der deutschen Unternehmen rechnen trotz

Nahostkonflikt mit Exportwachstum

Hamburg (ots) -

- Deutsche Exporteure sind trotz des Nahostkonflikts optimistischer als ihre

weltweiten Pendants

- 83 % der deutschen Unternehmen erwarten auch nach der Eskalation wachsende

Exportumsätze (weltweit 75 %)

- US-Handelskrieg: Deutsche Unternehmen sind diesbezüglich pessimistischer als

direkt nach dem "Liberation Day" und skeptischer als andere europäische Länder

- 80 % der deutschen Unternehmen haben ihre Handels- und Lieferkettenrouten seit

dem "Liberation Day" angepasst, fast die Hälfte (49 %) erwartet für 2026

weiterhin negative Auswirkungen

- Etwa die Hälfte der deutschen Exportunternehmen rechnet mit schlechterer

Zahlungsmoral (47 %) und steigenden Zahlungsausfällen (40 %)

- Größte Risiken: geopolitische Risiken, Lieferketten-, Transport- und

Finanzierungsrisiken

Die weltweiten und insbesondere die deutschen Exporteure bleiben trotz einem

Jahr Handelskrieg, einer veränderten Risikolandschaft und Nahostkonflikt relativ

widerstandsfähig. Zu diesem Ergebnis kommt die fünfte Auflage der "Allianz Trade

Global Survey 2026", für die der weltweit führende Kreditversicherer Allianz

Trade in zwei Wellen im Februar und März 2026 rund 6.000 Unternehmen in

insgesamt 13 Märkten[1] zu ihren Erwartungen bei Exporten, Welthandel und

Lieferketten befragt hat.

"Die Allianz Trade Global Survey zeigt, dass 75 % der Exporteure für 2026

weiterhin ein positives Exportwachstum erwarten", sagt Aylin Somersan Coqui, CEO

von Allianz Trade. "Die Auswirkungen des Nahostkonflikts scheinen sich demnach

in Grenzen zu halten (-6 Prozentpunkte, pp; Deutschland: -1pp), insbesondere im

Vergleich zum Zollschock von 2025, als die Erwartungen um 40pp zurückgingen.

Dennoch ist dieser Optimismus weiterhin fragil und könnte schnell schwinden,

sollte sich der Konflikt hinziehen."

Tatsächlich haben vietnamesische, amerikanische und spanische Unternehmen

aufgrund des Konflikts jeweils mehr als 10pp an Zuversicht eingebüßt, bei

chinesischen Unternehmen waren es 9pp.

"Der Konflikt machte geopolitische und politische Risiken für 65 % der globalen

Unternehmen zur weltweit größten Bedrohung und verdrängte damit die Komplexität

und Konzentration der Lieferketten (45 %), die 2025 inmitten des Handelskriegs

das Hauptanliegen waren", sagt Somersan Coqui. "Versorgungsbezogene Probleme,

wie Lieferausfälle und Engpässe bei Vorleistungen, stiegen auf den zweiten Platz

(57 %). Allerdings sind weniger als ein Viertel der Unternehmen besorgt über die

Auswirkungen des Konflikts auf Energie und Schifffahrt: Entweder sind die

Unternehmen zuversichtlich hinsichtlich ihrer Bewältigungsmechanismen oder sie

gehen davon aus, dass der Konflikt nur von kurzer Dauer sein wird."

Trotz dieser Widerstandsfähigkeit verschärft der Nahostkonflikt die Bedingungen

für die Handelsfinanzierung. Die Zahlungszyklen verlängern sich, und der Anteil

der weltweiten Unternehmen, die ihr Geld innerhalb von 30 Tagen erhalten, ist

seit Beginn des Konflikts von 10 % auf 7 % gesunken. Gleichzeitig ist der Anteil

derjenigen, die länger als 70 Tage auf ihr Geld warten müssen, von 15 % auf 24 %

gestiegen. Mit Blick auf die Zukunft erwarten 43 % der globalen Unternehmen eine

weitere Verschlechterung der Zahlungsbedingungen (+5 pp gegenüber der Zeit vor

dem Konflikt). Auch das Zahlungsausfallrisiko hat sich verschlechtert: Der

Anteil der weltweiten Unternehmen, die ein höheres Risiko erwarten, ist auf 40 %

gestiegen (+6 pp gegenüber der Zeit vor dem Konflikt). Die Sektoren

Pharmazeutika, Bauwesen sowie Computer/Telekommunikation sind am stärksten

betroffen, während größere Unternehmen mit unverhältnismäßig längeren

Zahlungszyklen konfrontiert sind.

Deutsche Exporteure bei Wachstum optimistischer als ihre weltweiten Pendants

Deutsche Exporteure bleiben in den aktuell sehr herausfordernden Zeiten

überraschend optimistisch: Acht von zehn Unternehmen (83 %) rechnen trotz der

Eskalation des Konflikts im Nahen Osten mit steigenden Exportumsätzen. Damit

sind sie zuversichtlicher als ihre weltweiten Pendants (75 %). Die meisten

deutschen Unternehmen (41 %) erwarten in den kommenden zwölf Monaten ein

moderates Exportwachstum (um 2-5 %).

Gleichzeitig sind die deutschen Exporteure in Bezug auf den US-Handelskrieg

pessimistischer als direkt nach dem "Liberation Day": Rund die Hälfte der

Unternehmen (49 %, +2pp) erwartet auch 2026 negative Folgen. Damit sind sie

deutlich skeptischer als ihre europäischen Pendants (39-44 %). Nur chinesische

Unternehmen sind mit 50 % noch pessimistischer.

"Der Widerstandsfähigkeit der deutschen Exporteure stehen große Risiken

gegenüber", sagt Dr. Björn Griesbach, Head of Macroeconomic and Capital Markets

Research bei Allianz Trade. "Angesichts des US-Handelskriegs und der Eskalation

im Nahen Osten sind geopolitische Unsicherheiten (67 %) wenig überraschend

erneut das Top-Risiko, das deutsche Exporteure um den Schlaf bringt, gefolgt von

Lieferkettenrisiken. Fast die Hälfte der deutschen Exportunternehmen geht zudem

von einer schlechteren Zahlungsmoral (47 %) und steigenden Zahlungsausfällen aus

(40 %) aus."

Unsicherheit als "neues Normal" - Deutsche warten erst einmal ab

Deutsche Unternehmen warten aktuell ab, bevor sie drastische Maßnahmen

ergreifen. Seit der Pandemie sahen sie sich mehreren aufeinanderfolgenden Krisen

gegenüber. Dies hat ihre Widerstandsfähigkeit gestärkt und sie fühlen sich

offenbar besser gewappnet, den neuen Herausforderungen zu begegnen.

"Geopolitische Unsicherheiten sind die neue Normalität - und deutsche

Exportunternehmen zeigen sich nach einem erneuten Schock relativ

widerstandsfähig", sagt Griesbach. "Dass sie flexibel auf neue Herausforderungen

reagieren können, haben sie schon seit Beginn des Handelskriegs bewiesen: Acht

von zehn Unternehmen (80 %) haben seitdem ihre Handelsrouten und Lieferketten

angepasst. Allerdings erwartet knapp die Hälfte der Unternehmen angesichts der

drohenden Exportverluste und dem zunehmenden Wettbewerb aus China weiterhin

negative Folgen (49 %) und denkt deshalb angesichts der aktuellen geopolitischen

Konflikte über weitere Anpassungen von Warenströmen nach (47 %)."

Im Fokus der geplanten Maßnahmen als Reaktion auf geopolitische Unsicherheiten

stehen jedoch das sogenannte "Friendshoring", also der Ausbau von Marktanteilen

in geopolitisch "befreundeten" Ländern (52 %), die Entwicklung neuer Produkte

(51 %) sowie die Stärkung von lokalen Partnerschaften und dem eigenen

Risikomanagement (je 50 %). Etwa 40 % der befragten deutschen Exportunternehmen

überdenkt oder verzögert zudem Pläne von Produktionsstätten im Ausland.

Gegen Schocks in der Lieferkette setzen Unternehmen weltweit auf Lagerbestände

und Diversifizierung

Seit Beginn des Handelskriegs im Jahr 2025 haben globale Unternehmen Strategien

zur Risikominderung umgesetzt, um sich an das neue Umfeld anzupassen.

Unternehmen mit verhältnismäßig langen Lieferketten[2] haben am schnellsten

reagiert: Sie neigen deutlich stärker dazu, bei neuen Lieferanten zu beziehen

und Lieferwege umzuleiten als die Gesamtstichprobe.

Die weltweit insgesamt gängigsten Bewältigungsmechanismen sind der Aufbau von

Lagerbeständen (64 %, Deutschland: 60 %) und die Diversifizierung in neue Märkte

(64 %, Deutschland: 52 %) sowie die Beschaffung bei neuen Lieferanten (63 %,

Deutschland: 55 %), was auf breit angelegte Bemühungen hindeutet, sowohl das

Nachfrage- als auch das Angebotsrisiko zu verringern. Darauf folgt die Umleitung

über Drittmärkte (57 %, Deutschland: 50 %), was bestätigt, dass Unternehmen auch

ihre Logistik anpassen, um Handelskonflikte zu umgehen.

"Seit Beginn des Konflikts im Nahen Osten suchen mehr als die Hälfte (50 %,

Deutschland: 43 %) der Unternehmen nach alternativen Transportrouten oder

Spediteuren, insbesondere in Vietnam", sagt Ano Kuhanathan, Leiter der

Unternehmensanalyse bei Allianz Trade. "Die zweitbeliebteste Strategie (50 %,

Deutschland: 51 %) ist die Zusammenarbeit mit Zollagenten zur Beschleunigung der

Zollabfertigung, vor allem in Vietnam (64 %) und Indien (56 %). An dritter

Stelle steht die Anpassung der Lieferpläne für 48 % der Unternehmen

(Deutschland: 40 %), vor allem in Frankreich, Brasilien, Indien, Großbritannien

und den USA. Im Gegensatz dazu bleiben Änderungen an den Incoterms (36 %,

Deutschland: 40 %) eher begrenzt, was darauf hindeutet, dass vertragliche

Anpassungen hinter den operativen zurückbleiben."

Europa und Asien entwickeln sich zu den beiden führenden Regionen für

zukünftiges Wachstum

Der Handelskrieg hat die Attraktivität der USA für Exporteure gemindert: Nur 13

% (Deutschland: 12 %) betrachten die Vereinigten Staaten als

Export-Wachstumsmarkt. Vor dem Hintergrund der Umstrukturierung der Lieferketten

und der jüngsten Freihandelsabkommen stehen Europa und Asien im Fokus für

zukünftiges Wachstum, da Unternehmen zunehmend nach Stabilität und Marktöffnung

suchen.

Das Interesse an Europa als Exportziel hat auf breiter Front zugenommen, wobei

Exporteure aus Singapur (+10 pp gegenüber 2025) und den USA (+9 pp gegenüber

2025) den stärksten Anstieg verzeichnen. Asien bleibt insgesamt das bevorzugte

Offshore-Ziel, obwohl Chinas Attraktivität als Investitionsstandort eingebrochen

ist: Nur 23 % (-30 pp gegenüber 2025) der Unternehmen (Deutschland: 28 %)

planen, ihre Präsenz dort auszubauen, während 10 % (Deutschland: 14 %) aktiv

einen Rückzug planen.

"Wachstumschancen werden durch eine Welle neuer Handelsabkommen gestützt: 93 %

der Unternehmen (Deutschland: 95 %) planen eine Expansion im Rahmen kürzlich

unterzeichneter Freihandelsabkommen wie Indien-EU und MERCOSUR-EU, wobei Indien,

Brasilien, Vietnam und Frankreich als vorrangige Märkte in den Vordergrund

treten. Dennoch bleibt das volle Potenzial dieser Abkommen eingeschränkt:

Nichttarifäre Handelshemmnisse, insbesondere Lizenz- und

Zertifizierungsanforderungen, sind weiterhin das dominierende Hindernis, das

Unternehmen daran hindert, den durch Handelsabkommen ermöglichten Marktzugang in

tatsächliches Exportwachstum umzuwandeln", sagt Ana Boata, Head of Economic

Research bei Allianz Trade.

Die vollständige Exportumfrage Allianz Trade Global Survey finden Sie beigefügt

sowie hier:

https://bit.ly/41RvXzR

Die aktuelle Studie zu Zahlungs-, Länder- und Branchenrisiken im Zuge des

Nahost-Konflikts finden Sie beigefügt und hier:

https://bit.ly/4e9sNyP

Den aktuellen Wirtschaftsausblick "Economic Outlook" unter Einfluss des

Nahost-Konflikts "The fog of war" finden Sie beigefügt und hier:

https://bit.ly/3PYZBR4

Die Präsentation "Wirtschaftliche Auswirkungen des Nahostkonflikts" (ENG, pdf)

finden Sie hier:

https://bit.ly/47NeQCT

[1] Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien,

Polen, Singapur, Spanien, die Vereinigten Arabischen Emirate, die USA und

Vietnam

[2] Lange Lieferketten sind hier definiert als mehr als 50 % der Produktion im

Ausland.

Allianz Trade ist weltweiter Marktführer im Kreditversicherungsgeschäft und

anerkannter Spezialist für Bürgschaften und Garantien, Inkasso sowie Schutz

gegen Betrug oder politische Risiken. Allianz Trade verfügt über mehr als 100

Jahre Erfahrung und bietet seinen Kunden umfassende Finanzdienstleistungen an,

um sie im Liquiditäts- und Forderungsmanagement zu unterstützen.

Über das unternehmenseigene Monitoring-System verfolgt und analysiert die

Allianz Trade Gruppe täglich die Insolvenzentwicklung von mehr als 83 Millionen

kleiner, mittlerer und multinationaler Unternehmen und hat sofortigen Zugriff

auf die Daten von 289 Mio. Unternehmen in mehr als 160 Ländern. Insgesamt

umfassen die Expertenanalysen Märkte, auf die 92% des globalen

Bruttoinlandsprodukts (BIP) entfallen.

Mit dieser Expertise macht die Allianz Trade Gruppe den Welthandel sicherer und

gibt den weltweit über 75.000 Kunden das notwendige Vertrauen in ihre Geschäfte

und deren Bezahlung. Als Tochtergesellschaft der Allianz und mit einem AA-Rating

von Standard & Poor's ist die Holding von Allianz Trade mit Sitz in Paris im

Schadensfall der finanzstarke Partner an der Seite seiner Kunden.

Das Unternehmen ist in über 40 Ländern vertreten und beschäftigt mehr als 5.900

Mitarbeiter weltweit. 2025 erwirtschaftete die Allianz Trade Gruppe einen

konsolidierten Umsatz von EUR 4 Milliarden und versicherte weltweit

Geschäftstransaktionen im Wert von EUR 1.400 Milliarden.

Weitere Informationen auf http://www.allianz-trade.de

Hinweis bezüglich zukunftsgerichteter Aussagen

Die in dieser Meldung enthaltenen Informationen können Aussagen über zukünftige

Erwartungen und andere zukunftsgerichtete Aussagen enthalten, die auf aktuellen

Einschätzungen und Annahmen der Geschäftsführung basieren, und bekannte und

unbekannte Risiken sowie Unsicherheiten beinhalten, aufgrund derer die

tatsächlichen Ergebnisse, Entwicklungen oder Ereignisse von den hier gemachten

Aussagen wesentlich abweichen können. Neben zukunftsgerichteten Aussagen im

jeweiligen Kontext spiegelt die Verwendung von Wörtern wie "kann", "wird",

"sollte", "erwartet", "plant", "beabsichtigt", "glaubt", "schätzt",

"prognostiziert", "potenziell" oder "weiterhin" ebenfalls eine

zukunftsgerichtete Aussage wider. Die tatsächlichen Ergebnisse, Entwicklungen

oder Ereignisse können aufgrund verschiedener Faktoren von solchen

zukunftsgerichteten Aussagen beträchtlich abweichen. Zu solchen Faktoren gehören

u.a.: (i) die allgemeine konjunkturelle Lage einschließlich der

branchenspezifischen Lage für das Kerngeschäft bzw. die Kernmärkte der

Allianz-Gruppe, (ii) die Entwicklung der Finanzmärkte einschließlich der

"Emerging Markets" einschließlich Marktvolatilität, Liquidität und

Kreditereignisse, (iii) die Häufigkeit und das Ausmaß der versicherten

Schadenereignisse einschließlich solcher, die sich aus Naturkatastrophen

ergeben; daneben auch die Schadenkostenentwicklung, (iv) Stornoraten, (v) Ausmaß

der Kreditausfälle, (vi) Zinsniveau, (vii) Wechselkursentwicklungen

einschließlich des Wechselkurses EUR-USD, (viii) Entwicklung der

Wettbewerbsintensität, (ix) gesetzliche und aufsichtsrechtliche Änderungen

einschließlich solcher bezüglich der Währungskonvergenz und der Europäischen

Währungsunion, (x) Änderungen der Geldpolitik der Zentralbanken bzw.

ausländischer Regierungen, (xi) Auswirkungen von Akquisitionen, einschließlich

der damit verbundenen Integrationsthemen, (xii) Umstrukturierungsmaßnahmen,

sowie (xiii) allgemeine Wettbewerbsfaktoren jeweils in einem örtlichen,

regionalen, nationalen oder internationalen Rahmen. Die

Eintrittswahrscheinlichkeit vieler dieser Faktoren kann durch Terroranschläge

und deren Folgen noch weiter steigen. Das Unternehmen übernimmt keine

Verpflichtung, zukunftsgerichtete Aussagen zu aktualisieren.

Pressekontakt:

Allianz Trade

Antje Wolters

Pressesprecherin

Telefon: +49 (0)40 8834-1033

Mobil: +49 (0)160 899 2772

mailto:antje.wolters@allianz-trade.com

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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/52706/6251416

OTS: Allianz Trade

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