BRÜSSEL (dpa-AFX) - Angesichts der anhaltenden Migrationskrise in Spaniens Nordafrika-Exklave Ceuta fordert Regionalpräsident Juan Jesús Vivas mehr Hilfe durch Europa. Die EU solle dauerhaft in Ceuta präsent werden, etwa durch die Grenzschutzagentur Frontex oder durch die Europäische Asylagentur, appellierte Vivas in einer Pressekonferenz im Europäischen Parlament. Wenn Ceuta untergehe, dann gehe auch Spanien und Europa unter.
Dabei erwartet Vivas auch finanzielle Hilfe durch Europa. So verlangte er eine Beteiligung an den Infrastrukturmaßnahmen, welche zur Absicherung der Grenze nach Marokko erforderlich seien sowie Gelder zur Bewältigung der humanitären Notlage. Insbesondere hinsichtlich der Aufnahme unbegleiteter Minderjähriger benötige die Region Unterstützung, sagte er.
Genaue Zahl der Migranten nicht bekannt
Am 30. und 31. Juli waren nach Regierungsangaben rund 72.000 Migranten von Marokko nach Ceuta geschwommen oder über Grenzzäune geklettert. In der Pressekonferenz am Dienstagmittag in Brüssel war die Rede von etwa 80.000 Migranten. Genaue Zahlen seien jedoch nicht bekannt, gab Vivas zu. Auch die Zahl der gebliebenen Menschen sei unklar: Es sei von 5.000, 10.000 oder 15.000 die Rede, erklärte Vivas./jeb/DP/stw
