BREMERHAVEN (dpa-AFX) - Beim Unfall des Kreuzfahrtschiffes "Mein Schiff 3" lief der Hafenbetrieb regulär. Es habe keine Einschränkungen aufgrund des Wetters gegeben, sagte ein Sprecher des Bremer Hafenressorts. Das nahezu voll besetzte Kreuzfahrtschiff war am Sonntag beim Auslaufen mit zwei Containerschiffen zusammengestoßen.
Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wurde das riesige Schiff von einer Böe erfasst und trieb auf die zwei Containerschiffe zu, die am Container-Terminal Stromkaje festgemacht waren. Bei dem Zusammenstoß entstand nach ersten Schätzungen ein Schaden in siebenstelliger Höhe. Die geplante mehrwöchige Reise des Tui DE000TUAG505-Schiffes in Richtung Kanaren wurde abgesagt. Die Gäste bekommen den Reisepreis erstattet.
Ermittlungen gegen Kapitän
Zudem ermittelt die Wasserschutzpolizei zu dem Unfall, unter anderem gegen den Kapitän wegen einer Ordnungswidrigkeit. Die Ermittlungen sollen klären, ob er seine Sorgfaltspflichten verletzt hat. Das Bremer Hafenressort erklärte, dass für die Manöver von Schiffen im Hafen immer die Kapitäne verantwortlich seien. Sie würden dabei von Lotsen beraten.
Eine Windwarnung habe es beim Auslaufen des Ozeanriesen nicht gegeben. Generell gebe es in Bremerhaven auch keine pauschalen Windgrenzen, bei deren Erreichen der Schiffsverkehr generell eingeschränkt wird. Ob ein Schiff im Hafengebiet sicher manövrieren kann, hänge neben der Windstärke und Windrichtung "insbesondere von seinen Manövriereigenschaften, dem verfügbaren Raum und der Schlepperassistenz ab", sagte der Hafenressort-Sprecher. Die Bewertung erfolge immer im Einzelfall./hho/DP/jha
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