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17.07.26 14:55:49

Deutsche Gasförderung steigt erstmals seit Jahren

HANNOVER (dpa-AFX) - In Deutschland ist im vergangenen Jahr erstmals seit Jahren wieder mehr Erdgas gefördert worden. Insgesamt wurden 4,5 Milliarden Kubikmeter Rohgas gewonnen, zwei Prozent mehr als 2024, wie das niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in seinem Jahresbericht für 2025 mitteilte. Laut LBEG ist es der erste Anstieg seit mehr als 20 Jahren.

"Seit 2003 haben wir einen stetigen Rückgang der Erdgasförderzahlen gesehen", sagt LBEG-Präsident Carsten Mühlenmeier laut Mitteilung. "Es ist seitdem das erste Mal, dass wir ein leichtes Plus verzeichnen." Gefördert wird das Gas fast ausschließlich in Niedersachsen: 98 Prozent der deutschen Gasförderung entfällt auf das Bundesland. Der Rest kommt vor allem aus dem benachbarten Sachsen-Anhalt.

Gasförderung vor Borkum wird ausgeweitet

Grund für die Trendwende sei vor allem das neue Gasfeld in der Nordsee vor Borkum, das 2025 neu in der Statistik dazugekommen sei. Rund vier Prozent der heimischen Förderung entfielen allein auf dieses Gasfeld. Ohne diese Quelle wäre die Fördermenge damit weiter gesunken.

Betreiber One-Dyas will die umstrittene Gasförderung nahe der Insel Borkum bis Ende 2026 deutlich ausweiten. Die Erdgasplattform vor Borkum, die etwa 20 Kilometer vor der Insel in der Nordsee liegt, soll im Regelbetrieb etwa 2 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr produzieren - voraussichtlich im vierten Quartal 2026 "noch vor Beginn des Winters". Diese Menge entspreche 7 Prozent des niederländischen und 2,5 Prozent des deutschen Gasbedarfs.

Erdölförderung geht weiter zurück

Weiter rückläufig ist dagegen die heimische Förderung von Erdöl. Die Menge sank laut LBEG um 4,2 Prozent auf noch 1,6 Millionen Tonnen. Zusammen decken Gas und Öl aus heimischen Quellen rund fünf Prozent des deutschen Bedarfs ab, so das LBEG.

Bei beiden Rohstoffen hätten die entnommenen Fördermengen zu rund zwei Dritteln durch neu ausgewiesene Reserven ausgeglichen werden können, hieß es. Entsprechend sei die Summe der sicheren und wahrscheinlichen Erdgasreserven um 4,1 Prozent auf noch 33,3 Milliarden Kubikmeter gesunken. Beim Erdöl schrumpften die sicheren und wahrscheinlichen Reserven um gut 2,4 Prozent auf 20,7 Millionen Tonnen./fjo/DP/he

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