WIEN (dpa-AFX) - Nach dem jüngsten Ausverkauf haben die Investoren am Wiener Aktienmarkt am Freitag weiter Risiken gescheut. "Es wird ungemütlich an den Finanzmärkten", beschrieben die Analysten der Helaba die Situation an den Börsen. "Ein ungutes Gemisch aus geopolitischen Spannungen, dem schier unstillbaren Kapitaldurst im KI-Sektor sowie fortgesetzten Bedenken hinsichtlich Frankreichs Bonität zerrt an den Nerven der Anleger."
Dass Anleger zugunsten defensiver Sektoren umschichteten, hatte auch den zyklisch geprägten ATX AT0000999982 stark belastet. Immerhin konnten die zeitweise klaren Verlaufsabgaben in einem Schlussspurt wieder aufgeholt werden, wodurch der österreichische Leitindex 0,10 Prozent höher mit 6.270,26 Punkten in das feiertagsbedingt verlängerte Wochenende ging. Mit einem Verlust von 4,4 Prozent verbuchte der ATX gleichwohl die schwächste Wochenbilanz seit dem Beginn des Irankriegs im März.
Am Donnerstag war der ATX über viereinhalb Prozent auf den tiefsten Stand seit Mitte Juni abgerutscht. Vom Rekord-Schlusskurs von mehr als 7.000 Punkten Ende September ist er um über zehn Prozent zurückgefallen. Marktbeobachter sprechen bei einem Rückgang dieser Größenordnung auch aus technischer Sicht von einer Korrektur. Die Analysten der Erste Group AT0000652011 verweisen nun auf die steigende 200-Tage-Linie als starke Unterstützungszone. Der Indikator für den langfristigen Trend liegt aktuell bei 6.140 Punkten.
Frische Konjunkturdaten trugen zum Wochenausklang kaum dazu bei, die Sorgen der Anleger zu lindern. In Frankreich fiel die Unternehmensstimmung angesichts der politischen Unruhen und der Sorgen über die Staatsfinanzen deutlich.
Bei einigen der Banken sowie den Halbleiteraktien AT&S AT0000969985 setzte sich die jüngste Kursschwäche fort. Bei den Geldhäusern schlossen Erste Group und RBI um 0,6 respektive 3,3 Prozent leichter, während nur Bawag AT0000BAWAG2 sich um ein Prozent erholen konnten. Die Titel von AT&S büßten nach dem Kurseinbruch vom Donnerstag weitere ein Prozent ein.
Klare Gewinne gab es dagegen in den Öl- und Versorgeraktien, die von steigenden Energiepreisen profitierten. Im ATX schlossen Verbund und OMV AT0000743059 mit 2,1 respektive drei Prozent Gewinn ganz vorne. Abseits des Leitindex verteuerten sich SBO um 3,9 Prozent./spa/ste/APA/mis
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