FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax DE0008469008 ist am Montag nach einem versöhnlichen Wochenausklang etwas unter Druck geraten. Die Verluste hielten sich aber angesichts der Unsicherheit über neue US-Zölle in Grenzen. Das verbesserte deutsche Ifo-Geschäftsklima gab indes keine Impulse. Um die Mittagszeit sank der deutsche Leitindex um 0,47 Prozent auf 25.142 Punkte. Das Mitte Januar erreichte Rekordhoch von 25.507 Punkten rückt damit wieder etwas weiter in die Ferne. Doch die viel beachtete runde Marke von 25.000 Punkten geriet nicht in Gefahr.
Der MDax DE0008467416, der die mittelgroßen Börsentitel enthält, fiel um 0,70 Prozent auf 31.602 Punkte. Derweil trat der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 nach der jüngsten Rekordjagd auf der Stelle.
Die positive Marktreaktion vom Freitagnachmittag auf die Entscheidung des obersten US-Gerichts gegen viele der globalen Zölle der US-Regierung machte damit etwas Ernüchterung Platz. Neben der "Konfusion im Zollstreit" halte weiterhin ein möglicher Militärschlag der USA gegen Iran die Anleger auf Trab, kommentierte Marktanalyst Christian Henke vom Broker IG. Zudem richteten sich die Blicke schon zunehmend auf die am späten Mittwochabend anstehenden Geschäftszahlen des Halbleiterriesen Nvidia US67066G1040.
Wenige Stunden, nachdem das oberste US-Gericht am Freitag einen Großteil von Donald Trumps Zöllen auf Basis eines Notstandsgesetzes aus den 1970er Jahren als unzulässig erklärt hatte, kündigte der US-Präsident einen weltweiten Zoll auf Importe in die USA von 10 Prozent an. Diesen hob er am Folgetag auf 15 Prozent an. Damit schöpft er die Höchstgrenze eines Handelsgesetzes aus den 1970er Jahren, auf das er sich beruft, voll aus.
Nun versuchen die EU und andere Länder, die genauen Folgen für die globale Wirtschaft abzuschätzen. Im EU-Parlament ist eine Sondersitzung des Rechtsdienstes und des Verhandlungsteams, das für ein Zollabkommen zwischen den USA und der EU zuständig war, geplant. Die Europäische Kommission verlangt von den USA, eine vereinbarte Zollobergrenze von 15 Prozent in jedem Fall nicht zu überschreiten.
Mit am stärksten unter Druck in Europa standen angesichts der Zollunsicherheit exportsensible Titel aus den Branchen Technologie EU0009658921, Chemie EU0009658608 und Industrie EU0009658905. Im Dax zählten der Softwarekonzern SAP DE0007164600 und der Flugzeughersteller Airbus NL0000235190 mit Abschlägen von 2,2 und 1,5 Prozent zu den größten Verlierern.
Deutliche Kursverluste des Pharmakonzerns Novo Nordisk DK0062498333 nach enttäuschenden Studiendaten zum Abnehmmittel Cagrisema zogen den gesamten Sektor EU0009658723 mit nach unten - und auch die Titel von Gerresheimer DE000A0LD6E6, die 4,2 Prozent einbüßten. Der Spezialverpackungshersteller produziert unter anderem Injektionspens für die Abnehmmittel.
Die zuletzt rekordhungrigen Titel des Baukonzerns Hochtief DE0006070006 verloren 1,3 Prozent. Die spanische Bank Santander strich ihre positive Anlageempfehlung. Sie hob zwar das Kursziel etwas an, liegt damit aber immer noch klar unter dem aktuellen Niveau.
Vergleichsweise gefragt waren dagegen neben den als defensiv geltenden Versorger- EU0009658962 und Telekommunikationswerten EU0009658947 die Aktien von Banken EU0009658806 und Versicherern EU0009658822. Für Dax-Spitzenreiter Commerzbank DE000CBK1001 ging es um 1,9 Prozent hoch.
Die zuletzt stark gestiegenen Kupferpreise bescherten Aurubis DE0006766504 ein Rekordhoch - zuletzt gewannen die Aktien 2,1 Prozent. Bereits Ende Januar hatte der Kupferkonzern wegen höherer Metallpreise und einer guten Kupfernachfrage die Prognose für das operative Vorsteuerergebnis höher gesteckt./gl/jha/
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---
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