FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwochnachmittag seine Verluste nach Inflationsdaten aus den USA verringert. Zuvor waren die Kurse von aufgeflammten Sorgen um eine Eskalation des Iran-Kriegs tiefer ins Minus gezogen worden. Auslöser waren Kommentare von US-Präsident Donald Trump. Aus seiner Sicht hat der Iran zu lange gebraucht, um ein Abkommen auszuhandeln. Jetzt müsse das Land "den Preis dafür zahlen", erklärte er. Der Ölpreis als Gradmesser für geopolitische Spannungen zog an.
Der Dax DE0008469008 sackte daraufhin auf den tiefsten Stand seit mehr als drei Wochen ab und fiel zeitweise unter die 200-Tage-Linie, die als Indikator für den längerfristigen Trend gilt. Zuletzt notierte der Leitindex 0,5 Prozent tiefer bei 24.301 Punkten. Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen Börsenunternehmen fiel um 0,7 Prozent auf 31.415 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 ging es um 0,3 Prozent abwärts.
Die USA und der Iran hatten sich trotz Waffenruhe und laufenden Verhandlungen über ein Kriegsende erneut gegenseitig angegriffen. Als Reaktion auf den Abschuss eines US-Militärhubschraubers bombardierte das US-Militär im Iran Luftabwehranlagen, Bodenkontrollstationen und Radaranlagen im Bereich der Straße von Hormus. Teheran griff daraufhin laut iranischen Medien US-Stützpunkte in der Golfregion und in Jordanien an. Kuwaits Luftabwehr war laut Armeeangaben im Einsatz. Auch in Bahrain schrillten wieder Sirenen.
Die US-Verbraucherpreise stiegen im Mai wie erwartet um 4,2 Prozent. Damit legte die Inflation den zweiten Monat in Folge deutlich zu und stieg weiter über das von der US-Notenbank Fed angestrebte Ziel von zwei Prozent. Mit dem Preissprung liegt die Inflation in der größten Volkswirtschaft erstmals seit dem Frühjahr 2023 über der Marke von vier Prozent.
Im Softwarebereich stehen die Quartalszahlen von Oracle US68389X1054 nach US-Börsenschluss im Fokus. Anleger erwarten offenbar nichts Gutes, wie anhaltende Kursverluste im Sektor zeigen. Die Aktien von SAP DE0007164600 büßten als Dax-Schlusslicht 4,3 Prozent ein. Von ihrem Erholungshoch von Anfang Juni sind sie nun schon wieder um rund 14 Prozent abgesackt. Auch die Papiere von Nemetschek DE0006452907 und Teamviewer DE000A2YN900 verloren deutlich.
Angetrieben von einem positiven Analystenkommentar setzten die Aktien von Adidas DE000A1EWWW0 ihren jüngsten Erholungskurs mit plus 1,5 Prozent fort. Analyst Piral Dadhania von der kanadischen Bank RBC fand lobende Worte: Der Sportartikelkonzern biete inzwischen ein gut berechenbares Ergebniswachstum, das am oberen Ende der Branche rangiere. Insofern sei die Aktienbewertung noch günstig.
Bessere Profitabilitätsaussichten von Heidelberger Druckmaschinen DE0007314007 verliehen den Titeln des Maschinenbauers 6,3 Prozent Auftrieb. Wie das Unternehmen mitteilte, soll die bereinigte Ebitda-Marge im laufenden Geschäftsjahr 2026/27 (bis Ende März) im Vergleich zum Vorjahr spürbar zulegen. Dazu beitragen soll auch ein Sparprogramm.
Die Anteilsscheine von Fielmann DE0005772206 schnellten nach einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank an der SDax-Spitze um 6,6 Prozent hoch. Analyst Michael Kuhn lobte das bewährte Geschäftsmodell, die dominante Marktposition, eine konstant hohe Kundenzufriedenheit und die erfolgreiche "Vision 2025" der Optikerkette.
Die Aktien von Jenoptik DE000A2NB601 und Krones DE0006335003 bewegen sich im Minus, weil sie jeweils mit Dividendenabschlag gehandelt werden./edh/jha/
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---
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