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21.09.26 12:30:51

APA ots news: WKÖ-Henckel-Donnersmarck/Stiftner: "CO-Speicherung für...

APA ots news: WKÖ-Henckel-Donnersmarck/Stiftner: "CO-Speicherung für Bergbau, Stahl- und Metallindustrie unverzichtbar"

Fachverband Bergbau-Stahl begrüßt Gesetzesvorstoß der

Bundesregierung - Für unvermeidbare Restemissionen braucht es

rasch CO-Transport- und Speicherinfrastruktur

Wien (APA-ots) - Der Fachverband Bergbau-Stahl in der Wirtschaftskammer

Österreich (

WKÖ) begrüßt ausdrücklich den Gesetzesvorstoß der Bundesregierung,

das Verbot der geologischen Speicherung von Kohlendioxid aufzuheben.

"Dass Finanzminister Markus Marterbauer und Wirtschaftsminister

Wolfgang Hattmannsdorfer die Bedeutung von Carbon Capture and Storage

so klar hervorheben, ist ein wichtiges gemeinsames Signal für

Klimaschutz und Industriestandort. Die Bundesregierung geht damit in

die richtige Richtung", sagt Fachverbandsobmann Andreas Henckel-

Donnersmarck.

"Für die Bergbau-, Stahl- und Metallindustrie ist Carbon Capture

Storage, kurz CCS, kein Ersatz für die Transformation, sondern ihre

notwendige Ergänzung. Wo Emissionen technisch vermieden werden

können, müssen sie sinken. Wo trotz erneuerbarer Energie und neuer

Produktionsverfahren Restemissionen bleiben, brauchen unsere

Unternehmen die Möglichkeit, CO abzuscheiden und dauerhaft sicher zu

speichern. Wer klimaneutrale Grundstoffe aus Österreich will, muss

auch dafür einen verlässlichen Weg eröffnen", so Henckel-

Donnersmarck.

Nicht jede Emission ist eine Energiefrage

Entlang der mineralisch-metallischen Wertschöpfungskette - vom

Bergbau und der Aufbereitung heimischer Rohstoffe bis zur Stahl- und

Metallerzeugung - entstehen Emissionen nicht ausschließlich durch den

Energieeinsatz. Bei der thermischen Veredelung karbonathaltiger

Rohstoffe, etwa von Magnesit, wird CO teilweise aus dem

mineralischen Rohstoff selbst freigesetzt. In metallurgischen

Verfahren wird Kohlenstoff zudem als Reduktions- oder Prozessmittel

benötigt. Diese Geologie- und prozessbedingten Emissionen

verschwinden nicht automatisch, wenn die eingesetzte Energie

vollständig aus erneuerbaren Quellen stammt. Elektrifizierung,

Wasserstoff, mehr Kreislaufführung und Effizienz können den Ausstoß

massiv senken; für verbleibende, nach heutigem Stand nicht

vermeidbare Mengen ist CCS ein unverzichtbarer Baustein.

"Die grüne Transformation muss technisch vollständig gedacht

werden", betont Roman Stiftner, Geschäftsführer des Fachverbandes

Bergbau-Stahl. "Erneuerbarer Strom und Wasserstoff sind zentrale

Säulen. CCS schließt jene Lücke, die nach der Vermeidung von

Emissionen bleibt. Ohne diese Option bezahlen Unternehmen dauerhaft

für Restemissionen, die sie mit heute verfügbaren Verfahren nicht

vollständig beseitigen können. Das schwächt Investitionen genau dort,

wo klimafreundliche Grundstoffe erzeugt werden sollen."

Rechtsgrundlage ist Startsignal für die Infrastruktur

Der vorliegende Gesetzesvorstoß ist daher ein entscheidender

erster Schritt. Für Investitionen zählt jedoch die gesamte Kette von

der Abscheidung über Sammlung und Transport bis zur dauerhaften

Speicherung. Österreich braucht als Binnenland einen abgestimmten

Plan für gemeinsame CO-Hubs und Leitungen, ergänzende Transportwege,

mögliche heimische Speicher sowie den grenzüberschreitenden Zugang zu

europäischen Speicherstätten. Ebenso notwendig sind klare

Genehmigungs-, Haftungs- und Finanzierungsregeln sowie ein offener

und wettbewerbsfähiger Netzzugang. Im EU-Emissionshandel müssen

Unternehmen für CO, das regelkonform abgeschieden und dauerhaft

gespeichert wird, keine Emissionszertifikate abgeben. Dieser

wirtschaftliche Vorteil kann jedoch nur genutzt werden, wenn

zugängliche Speicherstätten und leistbare Transportwege tatsächlich

vorhanden sind. "Eine Abscheideanlage allein löst noch nichts. Das CO

muss vom Werk aus zuverlässig in einen geeigneten Speicher

gelangen. Planung, Genehmigung und Bau solcher Netze dauern Jahre.

Bund, Länder, Infrastrukturbetreiber und Industrie sollten deshalb

jetzt gemeinsam eine österreichische CO-Infrastruktur-Roadmap mit

klaren Zuständigkeiten, Investitionsregeln und grenzüberschreitenden

Anschlüssen erarbeiten", fordert Stiftner. Gemeinsame Infrastruktur

sei besonders wichtig, weil nicht jedes Unternehmen eine eigene

Transportverbindung errichten könne.

Der WKÖ-Fachverband Bergbau-Stahl spricht sich dafür aus, den

Rechtsrahmen nach der Begutachtung rasch zu beschließen und parallel

dazu die Infrastrukturplanung zu starten. "Dieser Schritt der

Bundesregierung verdient ausdrückliche Unterstützung. Jetzt muss aus

dem politischen Signal zügig ein praxistaugliches Gesetz hervorgehen

und aus dem Gesetz wiederum eine tatsächlich nutzbare Infrastruktur

entstehen. Unsere Unternehmen sind bereit, die Transformation

voranzutreiben, wenn die Rahmenbedingungen verlässlich sind", halten

Andreas Henckel-Donnersmarck und Roman Stiftner fest. (PWK460/JHR)

Rückfragehinweis:

Digital Media & Communication

Pressestelle

Wirtschaftskammer Österreich

T 0590 900 - 4462

dmc_pr@wko.at

https://www.wko.at/oe/news/start

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER

INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

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