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20.10.26 17:31:32

APA ots news: Smart bewegen, smart versorgen: Verkehrslösungen für die...

APA ots news: Smart bewegen, smart versorgen: Verkehrslösungen für die Städte von morgen

WKÖ-Veranstaltung beleuchtete, welche Rolle autonome

Fahrzeuge, Lieferdrohnen und Seilbahnen im Stadtverkehr der

Zukunft spielen

Wien (APA-ots) - Wie sehen die Innenstädte der Zukunft aus und wie

gelangen Waren

dorthin? Welche Rolle spielen autonome Fahrzeuge, Drohnen oder

Seilbahnen im Stadtverkehr? Und welche rechtlichen Rahmenbedingungen

braucht es dafür? Diesen Fragen ging man bei der Veranstaltung "Smart

bewegen, smart versorgen - Städte im Wandel: Lösungen für Verkehr und

Versorgung" nach, zu der die Abteilung für Rechtspolitik der

Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) gemeinsam mit der Bundessparte

Transport und Verkehr heute in die WKÖ einlud.

Für Rosemarie Schön , Leiterin der Abteilung für Rechtspolitik in

der WKÖ, steht dabei fest: "Wir müssen uns nicht vor

verkehrsberuhigten Innenstädten fürchten, sondern sollten die

diversen Innovationen, die hier im Entstehen sind, als Chance für

intelligente Verkehrslösungen sehen." Sie erinnerte an vorangegangene

Schwerpunkte der Veranstaltungsreihe, in denen man sich einzelnen

Themen wie beispielsweise im Vorjahr dem autonomen Fahren widmete.

"Für die besten Lösungen gilt es, die Zukunftsthemen in ihrer

Gesamtheit zu betrachten. Es reicht nicht nur auf eine Technologie zu

setzen, sondern zum Wohle der Stadt sollten wir mehrere Innovationen

gemeinsam verwirklichen", betonte Schön in ihren Eröffnungsworten.

Elisabeth Rothmüller-Jannach , stellvertretende Obfrau der

Bundessparte Transport und Verkehr in der WKÖ, wies darauf hin, dass

man sich zuerst die grundsätzliche Frage stellen müsse, wie eine

lebenswerte Stadt aussehen soll. Dazu gelte es, Verkehr und Logistik

gemeinsam zu betrachten. "Jede Stadt lebt davon, dass Menschen bewegt

und Güter transportiert werden. Die Bäckerei benötigt ihre Zutaten.

Das Krankenhaus braucht Medikamente. Der Handwerksbetrieb muss seine

Kunden erreichen. Und auch der Handel setzt leistungsfähige Verkehrs-

und Logistiksysteme voraus", erläuterte Rothmüller-Jannach. Die

Herausforderung bestehe darin, diese Leistungen in immer dichter

werdenden Städten effizient und nachhaltig zu erbringen. "Städte

verändern sich, die Erwartungen an Umweltverträglichkeit, Sicherheit

und Lebensqualität steigen. Das stellt die Transportwirtschaft sowie

den öffentlichen Verkehr vor große Aufgaben, eröffnet aber auch

enorme Chancen", sagte Rothmüller-Janach und betonte: "Die neuen

Entwicklungen sind nicht isoliert zu betrachten. Die Stadt von morgen

braucht kein Nebeneinander verschiedener Verkehrssysteme, sondern ein

intelligentes Zusammenspiel."

Stadtplanung muss auf Veränderungen reagieren

Wie die Planung der Infrastruktur darauf reagieren muss,

schilderte Martin Berger , Ordinariums für Raumplanung an der TU

Wien. Schon jetzt seien große Veränderungen der Innenstädte zu

beobachten: Laut Berger ist der Onlineanteil an den

Einzelhandelsausgaben von 2017 bis 2026 um den Faktor 1,6 gestiegen,

zugleich sind die Handelsfläche um 15 Prozent gesunken, die

Leerstandsquote ist gestiegen. "Damit muss sich Planung

auseinandersetzen", betont Berger und empfiehlt unter anderem,

Bewusstsein dafür zu schaffen, dass für Lieferungen Raum vorhanden

sein muss, sowie durch Anreize und Steuerung die dafür nötigen

Maßnahmen zu setzen.

Julie Garland von Avtrain, die aus Dublin zugeschaltet war,

berichtete über erste Erfahrungen mit Drohnen in der City-Logistik in

Irland, wo in einem Testbetrieb sogar Kaffee per Drohne geliefert

wurde. Allerdings sind in dicht verbauten Gebieten rechtliche Aspekte

zu beachten. Dabei gelten unterschiedliche Kategorien, wie Raphaela

Reiner von AustroControl erläuterte. Bei der offenen Kategorie

braucht es keine spezielle Genehmigung, bei der spezifischen sowie

der zertifizierten Kategorie hingegen sind in Österreich eine

Risikoanalyse sowie Genehmigung durch die AustroControl nötig. Dabei

fließen u.a. Risiken für den Luftraum, Bevölkerungsdichte sowie

Lärmentwicklung in die Bewertung ein.

Alexandra Anderluh , Mobilitätsforscherin an der University of

Applied Sciences St. Pölten, schilderte, wie weit einzelne

österreichische Städte im Bereich Sustainable Urban Logistics

Planning (SULP) sind und wie sich Unternehmen hier einbringen können.

Denn solche Pläne enthalten in der Regel auch Zufahrtsbeschränkungen

und Zero Emission Zonen. Wie darauf zu reagieren ist, diskutierten im

Anschluss Andrea Faast von der Wirtschaftskammer Wien, Sonja Aboulez

von der Post AG, Andreas Liebsch von der GO Asset Development GmbH

und David Strauß von der FH des bfi Wien. Erste Ansätze, etwa

Grätzelladezonen oder Postabholstationen, sind bereits in Umsetzung.

Dennoch ist noch viel zu tun, etwa seien Genehmigungsverfahren zu

beschleunigen und brachliegende Industrieflächen für die Logistik

nutzbar zu machen.

Automatisiertes Fahren: Technik ist bereits sehr weit

Große Chancen ergeben sich auch durch automatisiertes Fahren.

Hier ist die Technik bereits sehr weit, doch es bedarf auch komplexer

rechtlicher Anpassungen. Über die Fortschritte bei den rechtlichen

Rahmenbedingungen sowie erste Anwendungen für automatisiertes Fahren

informierte Michael Nikowitz vom Infrastrukturministerium (BMIMI).

Österreich teste bereits in Form von Leitprojekten und

Modellregionen. Hier gelte es, sämtliche Akteure, von den Betreibern

bis zu den Kommunen, einzubinden. um den Rechtsrahmen so zu

gestalten, dass automatisiertes Fahren im öffentlichen Verkehr sowie

im Güterverkehr tatsächlich einsetzbar und skalierbar ist.

Liisa Andersen von Ruter As berichtete aus Oslo über die dortige

ambitionierte Strategie, den gesamten Verkehr klimaneutral zu

gestalten. Vor allem im Individualverkehr ist Norwegen mit einem E-

Auto-Anteil an den Neuzulassungen von 98 Prozent Vorreiter, aber auch

Modelle wie Carsharing und On-Demand-Services werden stark forciert.

Mittels App wird versucht, den Kund:innen das in der jeweiligen

Situation am besten geeignete Verkehrsmittel vorzuschlagen.

Dass auch die Seilbahn gerade im urbanen Raum eine Rolle spielen

kann, betonte Reinhard Fitz von Doppelmayr. Sie sind oftmals

wichtiger Bestandteil integrierter Verkehrsplanung, Paris sei ein

gutes Beispiel dafür: Nach der Identifizierung von Schwachstellen im

öffentlichen Verkehr wurde eine Direktverbindung mittels Seilbahn

geschaffen, die Zeit spart und einen nahtlosen Umstieg in die Metro

ermöglicht.

Gudrun Senk von den Wiener Linien, berichtete über die

Herausforderung, 2,47 Millionen Menschen täglich - so viele steigen

jeden Tag in ein öffentliches Verkehrsmittel in Wien ein - sicher und

zuverlässig zu transportieren. Auch dabei spielt Automatisierung

bereits eine Rolle, wobei dies aktuell oft Überwachungssysteme und

einzelne Elemente wie Stellwerke oder Fahrzeugtüren betrifft, bei der

in Bau befindlichen U5 aber dann schon vollautomatisiertes Fahren

bedeuten soll.

Zum Abschluss der Veranstaltung diskutierten Thomas Novak ,

Leiter des Pilotprojekts Roberta (selbstfahrende Busse), Martin

Schmidt von der Holding Graz, Samira Chadli von SC CONCEPTS e.U.

sowie Christian Holzhauser von der Wirtschaftskammer Wien darüber,

wie Automatisierung die städtische Personenbeförderung verändern

wird. Dabei waren sich die Podiumsteilnehmer einig: Die Technologie

ist kein Selbstzweck, sondern muss auch Nutzen bringen, damit sie von

den Menschen akzeptiert wird. (PWK565/DFS)

Rückfragehinweis:

Digital Media & Communication

Pressestelle

Wirtschaftskammer Österreich

T 0590 900 - 4462

dmc_pr@wko.at

https://www.wko.at/oe/news/start

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER

INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

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