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21.07.26 10:13:34

APA ots news: OeNB: Kreditgeschäft zur Jahresmitte trotz Nahost-Konflikt stabil

Österreich-Ergebnisse der euroraumweiten Umfrage über das

Kreditgeschäft (Bank Lending Survey), zweites Quartal 2026

Wien (APA-ots) - Die Kreditangebotspolitik der Banken und die

Kreditnachfrage der

Unternehmen sind im zweiten Quartal 2026 stabil geblieben. In der

vorangegangenen Umfrage erwartete Verschlechterungen infolge des

Kriegs im Nahen und Mittleren Osten sind ausgeblieben. Allerdings

verstärkt der Krieg den bestehenden Anpassungsbedarf der Unternehmen

an die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen inklusive der

Folgen des Klimawandels. Zuletzt hat daher der Finanzierungsbedarf

der Unternehmen für Restrukturierungsmaßnahmen zugenommen. Unabhängig

von den Entwicklungen im Kreditgeschäft mit Unternehmen ist die

Nachfrage privater Haushalte nach Wohnbaukrediten im zweiten Quartal

2026 weiter gestiegen.

Diese Ergebnisse stammen aus der vierteljährlichen Umfrage der

Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) über das Kreditgeschäft unter

den führenden heimischen Banken. Die aktuelle Umfrage wurde in der

zweiten Junihälfte 2026 durchgeführt. Hinsichtlich des Kriegs im

Nahen und Mittleren Osten berücksichtigen die Umfrageergebnisse somit

die Absichtserklärung zur Beendigung des Kriegs vom 18. Juni 2026,

nicht jedoch die Ereignisse nach Ende Juni.

Zwtl.: Unternehmenskredite: Auswirkungen des Kriegs im Nahen und

Mittleren Osten geringer als erwartet - Nachfrage und Angebotspolitik

stabil

Die Kreditnachfrage von Unternehmen hat sich im zweiten Quartal

2026 kaum geändert. Auch im dritten Quartal 2026 soll es gemäß den

Einschätzungen der Banken aus heutiger Sicht zu keinen nennenswerten

Nachfrageänderungen kommen. Der Krieg im Nahen und Mittleren Osten

wirkt sich demnach bisher geringer auf das Kreditgeschäft aus als in

der letzten Umfrage vor drei Monaten erwartet.

Allerdings zeigen die Umfrageergebnisse im Bereich großer

Unternehmen einen erhöhten Finanzierungsbedarf für

Restrukturierungsmaßnahmen. Der Krieg im Nahen und Mittleren Osten

verstärkt den bereits bestehenden Anpassungsbedarf der Unternehmen an

die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen einschließlich der

Folgen des Klimawandels.

Bei einer Betrachtung nach einzelnen Wirtschaftssektoren steht

einer gestiegenen Nachfrage im Wohnimmobiliensektor ein

Nachfragerückgang seitens der KFZ-Herstellung (inklusive

Zulieferindustrie) gegenüber.

Die Angebotspolitik der Banken gegenüber Unternehmen hat sich in

den letzten Quartalen kaum verändert und ist weiterhin streng. Die

Banken haben ihre Kreditrichtlinien und die Kreditbedingungen über

Jahre hinweg verschärft und das vor allem mit einer zunehmend

ungünstigeren Risikoeinschätzung begründet.

Den Umfrageergebnissen sind keine wesentlichen Auswirkungen der

Zinsentscheidung der EZB von Juni 2026 auf die

Finanzierungsbedingungen zu entnehmen.

Zwtl.: Nachfrage nach privaten Wohnbaukrediten weiter gestiegen

Die Nachfrage nach privaten Wohnbaukrediten ist im zweiten

Quartal 2026 weiter gestiegen - ein Trend, der seit Anfang 2024 zu

beobachten ist. Für das dritte Quartal 2026 erwarten die befragten

Banken aber keinen weiteren Anstieg der Nachfrage nach

Wohnbaukrediten.

Das Nachfrageplus im zweiten Quartal 2026 ist gemäß den

Umfrageergebnissen auf verbesserte Aussichten am Wohnimmobilienmarkt

sowie den gestiegenen Optimismus der Haushalte, die eine

Wohnbaufinanzierung anstreben, zurückzuführen. Das Zinsniveau hat im

Gegensatz zu den vergangenen Quartalen beim Nachfrageanstieg im

zweiten Quartal 2026 nur mehr eine untergeordnete Rolle gespielt.

Die aus den Umfrageergebnissen ersichtliche gestiegene Nachfrage

nach privaten Wohnbaukrediten seit Anfang 2024 zeigt sich auch in der

Kreditstatistik. Die Vergabe neuer Wohnbaukredite durch die Banken

ist in den letzten zweieinhalb Jahren deutlich gestiegen - von

monatlich 0,7 Mrd EUR im Jänner 2024 auf jeweils über 1,6 Mrd EUR im

März, April und Mai 2026. Die Umfrageergebnisse signalisieren eine

weiterhin solide Neukreditvergabe in den nächsten Monaten.

Zwtl.: Folgen des Klimawandels wirken sich zunehmend auf das

Kreditgeschäft aus

Einmal jährlich thematisiert die Umfrage die Auswirkungen des

Klimawandels auf das Kreditgeschäft. Die Ergebnisse zeigen auf der

Nachfrageseite, dass der Finanzierungsbedarf der Unternehmen für

Investitionen und Umstrukturierungen im Zusammenhang mit dem

Klimawandel seit Mitte 2022, dem Beginn des in der Umfrage erfassten

Zeitraums, stetig zugenommen hat und in den nächsten zwölf Monaten

weiter zunehmen wird. Das betrifft sowohl die Transition zu einer

"grüneren" Leistungserstellung als auch Absicherungen gegen physische

Risiken des Klimawandels.

Beim Kreditangebot der Banken haben der Klimawandel und seine

Folgen seit Mitte 2022 vor allem zu fortschreitenden Verschärfungen

für Unternehmen mit hohem CO 2 -Ausstoß geführt. Wesentlicher Grund

sind Kosten für die Unternehmen, die sich im Übergang zu einer

ökologisch nachhaltigeren Wirtschaft ergeben - z. B. durch rechtliche

Rahmenbedingungen wie die CO2-Steuer, oder durch die aufgrund der

Verdrängung bestehender Technologien durch umweltverträglichere neue

Technologien notwendige Anpassung. Die befragten Banken haben weitere

Verschärfungen für Unternehmen mit hohem CO 2 -Ausstoß für die

nächsten zwölf Monate angekündigt und begründen diese zusätzlich mit

physischen Risiken, etwa Extremwetterereignissen oder Umweltschäden,

die den Wert der Unternehmensaktiva beeinflussen können.

Die Zentralbanken des Euroraums - in Österreich die

Oesterreichische Nationalbank (OeNB) - führen gemeinsam mit der

Europäischen Zentralbank (EZB) seit Anfang 2003 viermal jährlich eine

Umfrage über das Kreditgeschäft im Euroraum durch, um ihren

Informationsstand über das Kreditvergabeverhalten der Banken, die

Kreditnachfrage von Unternehmen und privaten Haushalten sowie

sonstige die Geldpolitik betreffende Themen zu verbessern. Dabei

werden rund 160 führende Banken aus allen Ländern des Euroraums

befragt, darunter acht Institute aus Österreich.

Ein ausführlicher Bericht über die Österreich-Ergebnisse wird in

der Publikationsreihe "OeNB Reports" veröffentlicht (

https://www.oenb.at/Publikationen/Volkswirtschaft/reports.html ).

Weitere Informationen und Daten zur Umfrage finden sich auf der

OeNB-Website unter https://www.oenb.at/Geldpolitik/Erhebungen/umfrage

-ueber-das-kreditgeschaeft.html .

Die Resultate für den Euroraum werden von der EZB auf ihrer

Website publiziert:

https://www.ecb.europa.eu/stats/ecb_surveys/bank_lending_survey/html-

/index.en.html

Rückfragehinweis:

Oesterreichische Nationalbank

Pressesprecherin

Mag.a Marlies Schroeder, MiM

Telefon: (+43-1) 404 20-6900

E-Mail: marlies.schroeder@oenb.at

Website: https://www.oenb.at

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER

INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

OTS0031 2026-07-21/10:07

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