Wien (APA-ots) - Der starke Energiepreisanstieg infolge des Iran-Krieges
erhöht
weltweit die Verbraucherpreise. Das Verbrauchervertrauen hat
vielerorts abgenommen. Vor Kriegsbeginn war die Weltwirtschaft noch
kräftig gewachsen. In Österreich stieg die Wirtschaftsleistung im I.
Quartal 2026 moderat. Die Unternehmensstimmung trübte sich wegen des
Krieges ein, während die Inflation infolge des Energiepreisschocks
deutlich anzog. Die Beschäftigungsdynamik reichte nicht aus, um einen
Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern.
"Rohöl wird laut den Markterwartungen in den kommenden Monaten
etwas teurer sein als im Hauptszenario der letzten WIFO-
Konjunkturprognose angenommen, Erdgas etwas billiger. Die
Preiserwartungen sind aber weiterhin deutlich niedriger als im
pessimistischen Szenario unterstellt. Im März und April entsprachen
die Rohölpreise den in der WIFO-Prognose unterstellten Werten", so
der Autor des aktuellen WIFO-Konjunkturberichtes Stefan Ederer.
Die Folgen des Iran-Krieges belasten die Weltwirtschaft. Die
Straße von Hormus ist seit Anfang März faktisch blockiert. Rohöl der
Sorte Brent kostete im März und April durchschnittlich rund 100 $ je
Barrel, Erdgas auf dem europäischen Markt (Dutch TTF) rund 50 je
MWh. Gemäß den Terminmarkt-Notierungen von Anfang Mai dürften die
Energiepreise noch mehrere Monate auf einem ähnlichen Niveau
verharren. Die Stimmung der Dienstleister und das
Verbrauchervertrauen haben sich seit Kriegsbeginn vielerorts
eingetrübt. Auf den Aktienmärkten gingen die Kurse im März deutlich
zurück, erholten sich aber wieder. Die Inflation erhöhte sich infolge
des Energiepreisschocks weltweit.
Bis zum Ausbruch des Iran-Krieges expandierte die Weltwirtschaft
kräftig. Der Welthandel und die globale Industrieproduktion wurden
laut Centraal Planbureau (CPB) merklich ausgeweitet. In den USA war
die Konjunktur weiter robust und auch im Euro-Raum expandierte die
Wirtschaft stetig. In Deutschland schlug sich das Fiskalpaket in
einem erneuten Anstieg des BIP im I. Quartal nieder.
In Österreich war die Konjunktur im I. Quartal 2026 leicht
aufwärtsgerichtet. Das BIP legte gegenüber dem Vorquartal um
voraussichtlich 0,2% zu. Die Exporte stagnierten und die
Wertschöpfung in der Herstellung von Waren sank gegenüber dem
Vorquartal.
Die Auswirkungen des Iran-Krieges dämpfen auch in Österreich die
Konjunktur. Laut WIFO-Konjunkturtest verschlechterten sich die
Lagebeurteilungen und die unternehmerischen Erwartungen im April und
lagen per Saldo wieder klar im pessimistischen Bereich. Die WIFO-
Konjunkturampel sprang im April auf Rot.
Die Verbraucherpreisinflation erhöhte sich im März und April und
erreichte laut Schnellschätzung von Statistik Austria zuletzt 3,3%.
Energie war um fast 11% teurer als im Vorjahr. Die Zahl der
unselbständig aktiv Beschäftigten war im April um voraussichtlich 0,8
% höher als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig nahm jedoch auch die Zahl
der Arbeitslosen zu. Die Arbeitslosenquote betrug nach nationaler
Definition voraussichtlich 7,5%.
Abbildung 1: Energiepreisentwicklung im Vergleich zu den Annahmen
der WIFO-Konjunkturprognose vom Frühjahr 2026 - auf der WIFO-Website
Zu den Definitionen siehe " Methodische Hinweise und Kurzglossar
".
Rückfragehinweis:
Rückfragen bitte am Dienstag, dem 12. Mai 2026, von 9 bis 11 Uhr, an
Dr. Stefan Ederer, Tel. (1) 798 26 01 - 464, stefan.ederer@wifo.ac.at
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OTS0028 2026-05-12/09:00
