FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax DE0008469008 hat sich nach seinem Kursrutsch zur Wochenmitte stabilisiert. Für Beruhigung sorgte am Donnerstag der wieder gesunkene Ölpreis, der unter der Hoffnung auf eine Waffenruhe im Libanon litt. Die Rally rund um Künstliche Intelligenz (KI) geriet allerdings etwas ins Stocken. Mit Broadcom US11135F1012 überzeugte in den USA eine der KI-Größen beim Ausblick nicht ganz. Dies belastete Halbleiterwerte auch hierzulande. Die Lage im Iran-Krieg bleibt undurchsichtig.
Auch dank hoher Kursgewinne der schwer gewichteten SAP-Aktien DE0007164600 hatte der deutsche Leitindex zwischenzeitlich die Marke von 25.000 Zählern überwunden. Am Ende reichte es für ein Plus von 0,60 Prozent auf 24944,95 Punkte. Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen Börsenunternehmen stand 0,2 Prozent höher bei 32.801,61 Punkten.
Einerseits sorge die KI-Euphorie jenseits des Atlantiks für Kursfantasie, andererseits hielten geldpolitische Unsicherheiten und geopolitische Risiken die Anleger im Zaum, schrieb Analyst Timo Emden von Emden Research und fuhr fort "Zwischen KI-Goldgräberstimmung und Nahostrisiken suchen Anleger weiterhin ihren Nordstern." Zwar taste sich der Dax wieder in Richtung der Marke von 25.000 Punkten vor, doch das Fundament bleibe fragil.
Halbleiterwerte zollten ihrer jüngsten, vom KI-Sektor getriebenen Rally Tribut. Infineon-Aktien DE0006231004 etwa verloren am Dax-Ende 3,4 Prozent. Sie sind mit einem Plus von 125 Prozent im laufenden Jahr aber noch immer der mit Abstand stärkste Dax-Wert.
Vorne im Dax legten SAP um 5,5 Prozent zu. Wie oft in jüngster Vergangenheit, sind Software-Titel gefragt, wenn im Halbleitersektor Verluste verbucht werden. Marktteilnehmer setzten nach den Halbleiteraktien auf die Renaissance der Cloud-Anbieter und Softwareunternehmen, kommentierte Experte Andreas Lipkow von CMC Markets.
Scout24-Papiere DE000A12DM80 gewannen 3,8 Prozent. Die US-Bank Goldman Sachs sieht für den Internetportalbetreiber zweistelliges Gewinnwachstum und startete die Bewertung mit einer Kaufempfehlung.
Am deutschen Markt standen ferner Index-Änderungen im Blick, die am 22. Juni in Kraft treten. Die Aktien des Baukonzerns Hochtief DE0006070006 steigen wie von Experten erwartet in den Dax auf. Weichen müssen dafür die Papiere der VW-Beteiligungsgesellschaft DE0007664039 Porsche SE DE000PAH0038, die in den MDax absteigen.
Die Anteilscheine von Hochtief gaben leicht nach. Innerhalb eines Jahres haben sie sich in etwa verdreifacht. Hochtief profitiert vor allem von der US-Tochter Turner. Über den Bau von Rechenzentren partizipiere der Konzern von den boomenden Investitionen in die KI-Infrastruktur speziell in den USA, aber auch in anderen Regionen, hieß es unlängst in einer Analyse der Landesbank Baden-Württemberg.
In den MDax werden die Aktien des Chipkonzerns Elmos Semiconductor DE0005677108, des Waferherstellers Siltronic DE000WAF3001 und des Halbleiterzulieferers Suss Microtec DE000A1K0235 aufgenommen. In den Kleinwerteindex SDax DE0009653386 absteigen müssen die Titel der Onlineapotheke Redcare Pharmacy NL0012044747, des Werbevermarkters Ströer DE0007493991 und des Gabelstapler-Herstellers Jungheinrich DE0006219934.
Auf europäischer Bühne kam der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 auf ein Plus von 0,82 Prozent auf 6.103,33 Punkte. Der Londoner FTSE 100 GB0001383545 legte moderat zu, während der Züricher SMI CH0009980894 knapp ein Prozent gewann. In New York stieg der Dow Jones Industrial US2605661048 zum europäischen Börsenschluss um 1,7 Prozent./la/he
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
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