FRANKFURT (dpa-AFX) - Meldungen über einen angeblichen iranischen Raketenangriff auf ein US-Kriegsschiff in der Straße von Hormus haben den Dax DE0008469008 nach einem freundlichen Start belastet. Der deutsche Leitindex büßte zum Handelsende 1,24 Prozent auf 23.991,27 Punkte ein. Der Erholungsversuch vom Donnerstag - vor dem verlängerten Wochenende - ist damit erst einmal verpufft.
Der MDax DE0008467416 der mittelgroßen Börsenunternehmen verabschiedete sich am Montag 0,47 Prozent tiefer mit 30.445,74 Punkten. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 ging es letztlich um 2 Prozent bergab. In Zürich stand ebenfalls ein klares Minus zu Buche, während in London wegen eines Feiertages nicht gehandelt wurde. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 notierte zum europäischen Börsenschluss 0,8 Prozent schwächer, während der technologielastige Nasdaq 100 US6311011026 0,4 Prozent verlor.
"Es bleibt dabei: Die Nachrichten aus dem Nahen Osten sorgen für Nervosität und Kursausschläge in beide Richtungen", kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst des Brokers CMC Markets. Das Handelsvolumen bleibe eher unterdurchschnittlich, und die ersten Anleger riefen sich zu Beginn des neuen Monats den Börsenspruch "Sell in May" in Erinnerung.
Iranische Nachrichtenagenturen mit Verbindung zu den Revolutionsgarden des Landes hatten zunächst über einen Raketenangriff auf ein US-Kriegsschiff berichtet. Die Vereinigten Staaten dementierten allerdings kurz danach, dass ein US-Schiff getroffen worden sei. Der Iran hatte nach der Verkündung des Beginns einer neuen US-Initiative, die die für den globalen Öltransport so wichtige Meerenge von Hormus für die Schifffahrt freimachen soll, mehrere Warnungen ausgesprochen. Schiffe, die ohne Absprache mit dem Iran die Straße von Hormus befahren, könnten angegriffen werden, hieß es. Dazu gab es wieder gegenseitige Angriffe Israels und der im Südlibanon operierenden, mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz.
Die Aktien des Logistikkonzerns DHL DE0005552004 büßten am Dax-Ende 7,3 Prozent ein. Der US-Onlinehandels- und Technologieriese Amazon US0231351067 hatte angekündigt, sein Logistiknetzwerk für alle Unternehmen zu öffnen. In New York ging es für die Aktien der DHL-Konkurrenten UPS US9113121068 und Fedex US31428X1063 ebenfalls deutlich bergab.
Neue Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump für Fahrzeuge aus der EU belasteten die Herstellerwerte. Im Dax verloren Mercedes-Benz DE0007100000, Volkswagen DE0007664039, BMW DE0005190003, Traton < DE000TRAT0N7> und Daimler Truck DE000DTR0CK8 bis zu 3,4 Prozent.
Dass der Industriekonzern Thyssenkrupp DE0007500001 seine Stahlsparte vorerst nicht verkaufen will und die Gespräche mit dem indischen Konkurrenten Jindal abbrach, sorgte für Kursausschläge in beide Richtungen. Am Ende büßten die Titel 1,8 Prozent ein.
Die Aktien der Parfümeriekette Douglas DE000BEAU1Y4 rutschten nach Quartalszahlen und einer Prognosesenkung als größter Verlierer im Nebenwerte-Index SDax DE0009653386 um fast 8 Prozent ab.
Dagegen erholten sich die Anteile des Rüstungsunternehmens Rheinmetall DE0007030009 an der Dax-Spitze um 2,4 Prozent. Sie profitierten unter anderem von einer Hochstufung durch die spanische Bank Santander.
Bei Evotec DE0005664809 trägt die Kooperation mit Almirall erste Früchte: Die Papiere des Wirkstoffforschers gewannen 2 Prozent. Ziel der Zusammenarbeit ist die Erforschung und Entwicklung neuartiger Therapeutika zur Behandlung schwerer Hauterkrankungen. Evotec gab nun den ersten präklinischen Entwicklungskandidaten aus der Dermatologie-Kooperation mit Almirall bekannt./gl/he
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---
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