NEW YORK (dpa-AFX) - Die immer mehr schwindende Aussicht auf baldige Zinssenkungen durch die Notenbank Fed hat am Mittwoch die US-Börsen gebremst. Der Leitindex Dow Jones Industrial lotete im Verlauf des Handels den tiefsten Stand seit fast zwei Wochen aus. Am Ende stand für den Leitindex ein Abschlag von 0,57 Prozent auf 48.861,81 Punkte zu Buche. Der marktbreite S&P 500 ging mit einem Minus von 0,04 Prozent bei 7.135,95 Zählern aus dem Handel.
Die US-Notenbank Fed beließ die Leitzinsspanne wie erwartet bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Bereits auf ihren beiden vorherigen Sitzungen Ende Januar und Mitte März hatte die Notenbank die Leitzinsen nicht angetastet. Der in Kürze abtretende Chef Jerome Powell betonte auf der Pressekonferenz die mit dem Iran-Krieg verbundenen inflationären Risiken. Die Lage im Nahen Osten sorge für große Unsicherheit.
Die Entscheidungssituation für die Fed sei durch die Folgewirkungen des Iran-Krieges deutlich schwieriger geworden, sagte Michael Heise vom Vermögensverwalter HQ Trust. "Zinssenkungen sind vorerst kein Thema mehr", konstatierte der Chefökonom. Die geldpolitische Diskussion in den USA werde sich vielmehr zunehmend mit der Frage von Zinserhöhungen zu befassen haben.
Besser als der Dow und der S&P 500 schlug sich die technologielastige Börse Nasdaq. Der Nasdaq 100 US6311011026 stieg um 0,58 Prozent auf 27.186,98 Punkte. Hier sorgten der Chip-Produzent NXP Semiconductor und der Festplattenhersteller Seagate für gute Stimmung und Kurs-Rallys. Nun rücken bereits die nach Börsenschluss anstehenden Quartalsbilanzen der Tech-Giganten Alphabet US02079K3059, Microsoft US5949181045, Amazon US0231351067 und Meta US30303M1027 in den Blickpunkt.
Eine Vielzahl von Unternehmen berichtete am Mittwoch über die jüngste Geschäftsentwicklung. Die Aktien von Seagate <KYG7945J1040> schnellten um gut elf Prozent nach oben und erreichten ein Rekordhoch. Der Hersteller von Festplattenlaufwerken übertraf sowohl mit den Zahlen für das vergangene als auch mit dem Ausblick auf das laufende Quartal die Erwartungen. Ähnlich sah es beim Halbleiterhersteller NXP NL0009538784 aus, dessen Aktien mit plus 25,6 Prozent den höchsten Stand seit ihrem Rekord im Juli 2024 erreichten.
Die Aktien von Visa US92826C8394 gewannen dank überraschend guter Quartalszahlen gut acht Prozent. Der Zahlungsdienstleister habe mehr als die übliche Umsatzüberraschung geliefert, kommentierte die US-Investmentbank Goldman Sachs.
Für die Papiere von T-Mobile US US8725901040 ging es um gut sechs Prozent hoch. Die US-Tochter der Deutschen Telekom DE0005557508 gewann im ersten Quartal deutlich mehr neue Kunden hinzu als erwartet. Für das Jahr ist das Unternehmen hier nun optimistischer als bisher.
Biogen-Aktien US09062X1037 gewannen trotz einer Senkung der Jahresprognose für das Ergebnis je Aktie sechs Prozent. Die Bank Jefferies verwies auf einen überraschend hohen Umsatz des Biotech-Konzerns im ersten Quartal.
Dagegen sackten die Aktien von Robinhood Markets US7707001027 um mehr als 13 Prozent ab. Der Finanzdienstleister verschreckte die Anleger mit einem 18-prozentigen Anstieg der Ausgaben zum Jahresauftakt.
GE Healthcare US36266G1076 brachen ebenfalls um gut 13 Prozent ein. Der Medizintechnikkonzern schraubte sein Ziel für das Jahresergebnis je Aktie nach unten.
Gute Nachrichten gab es aus der Energiebranche. Papiere des Brennstoffzellenherstellers Bloom Energy US0937121079 sprangen um mehr als ein Viertel auf ein Rekordhoch. Das Unternehmen schraubte die Umsatzprognose für das Gesamtjahr nach oben./bek/he
--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---
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